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Suchtmitteln (sog. Beigebrauch) von Opiatabhängigen
in Substitutionsbehandlung durch die verhaltensthera-
peutische Strategie der Verhaltensverstärkung (Con-
tingency Management) reduziert werden kann. Da die
Mehrheit der Opiatabhängigen in Substitutionsbehand-
lung neben der Opiatabhängigkeit auch unter weite-
ren suchtmittelbezogenen Störungen leidet, ist eine
Reduktion des so genannten Beigebrauchs von hoher
praktischer Relevanz für das Erreichen grundlegender
Therapieziele. In dieser Untersuchung erhalten die
Patienten der Interventionsgruppe auch schon bei
einzelnen beigebrauchsfreien Drogenurin-Screenings
eine bestimmte Anzahl von Mitgabedosen, so dass sie
nicht täglich zur Einnahme des Substituts in die Ambu-
lanzen kommen müssen. Die Vergleichsgruppe erhält
– wie auch sonst üblich – Mitgabedosen erst nach mehr-
monatiger kontinuierlicher Beigebrauchsfreiheit. Inzwi-
schen wurden über 120 Patienten in die Untersuchung
eingeschlossen. Bei kostenneutraler Verlängerung wird
diese multizentrische Untersuchung Mitte 2008 abge-
schlossen.
5.6.3 Deutsches Suchtforschungsnetz
Im März 2005 wurde zum Zweck einer intensivierten
Z usammenarbeit und Interessenwahrnehmung das
„Deutsche Suchtforschungsnetz“, bestehend aus den
vier regionalen Verbünden für Suchtforschung gegrün-
det. Zum Sprecher wurde Professor Mann gewählt, die
Sprecher der anderen regionalen Verbünde sind Co-
Sprecher des Suchtforschungsnetzes. Ein wichtiges
Ergebnis sind regelmäßig stattfindende Treffen unter
Beteiligung der Gutachter des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung. Im Jahr 2007 gab es sol-
che Treffen in Greifswald und Düsseldor f. Darüber
hinaus beteiligt sich das Suchtforschungsnetz (neben
den Kompetenznetzen Depression und Schizophrenie)
am Anti-Stigma-Programm der Deutschen Gesellschaft
für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
(DGPPN).
5.6.4 Langfristige Substitution Opiatabhängiger:
Prädiktoren, Moderatoren und Outcome
(PREMOS-Studie)
Studien unter klinischen wie unter Alltagsbedingungen
haben nachgewiesen, dass eine qualifizierte substitu-
tionsgestützte Therapie opiatabhängiger Patienten mit
Methadon und Buprenorphin die gesundheitliche und
soziale Situation der Betroffenen deutlich verbessern
und das Sterberisiko deutlich senken können. Obwohl
die kurz- und mittelfristige (bis 1 Jahr) Wirksamkeit und
Sicherheit einer auf Dauer angelegten Substitutions-
behandlung erwiesen ist, ist der mehrjährige Lang-
zeitverlauf substituierter Opiatabhängiger unklar und
schlecht untersucht. National und international feh-
len bislang Daten darüber, wie häufig die zentralen
Erfolgsparameter stabile Substitution, Besserung der
somatischen und psychischen Gesundheit, Reduktion
von Delinquenz, Freiheit von zusätzlichem Drogen-
gebrauch sowie Abstinenz überhaupt und langfristig
erreicht werden und welche Patienten- und Versor-
gungsmerkmale mit dem langfristigen Therapieerfolg
einer Substitutionstherapie zusammenhängen.
Um diese Erkenntnislücke zu schließen, werden – geför-
dert durch das Bundesministerium für Gesundheit – auf
der Grundlage einer bundesweit repräsentativen kli-
nisch-epidemiologischen Studie der klinische, psycho-
pathologische, soziale und substanzbezogene Behand-
lungsverlauf und die Behandlungsauswirkungen von
über 2.500 Patienten und Patientinnen aus 233 Einrich-
tungen über bis zu fünf Jahre untersucht und beschrie-
ben. Die Studie stellt somit zum einen eine Kombina-
tion einer bundesweiten, klinisch-epidemiologischen
Studie zu zentralen Parametern der Versorgungsstruk-
tur für Heroinabhängige in Substitution und zum ande-
ren eine Gruppenstudie an repräsentativ ausgewählten
Patientinnen und Patienten mit vier Messzeitpunkten
dar. Die statistische Auswertung der langfristigen Effek-
tivität und ihrer Bedingungen erfolgt auf der Grund-
lage praxistauglicher etablierter Instrumente (Skalen,
Fragebögen, Urintests). Dabei wird unterschieden nach
Dauer der vorangehenden Substitution im Hinblick auf
kategoriale Faktoren (z. B. erfolgreiche Therapiebeendi-
gung und dimensionale Wirkungen (z. B. Lebensqua-
lität). Zusätzlich werden in ergänzenden Vertiefungs-