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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Heroin und andere Drogen
päischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogen-
sucht deutlich. Damit sind gleich zwei Suchtforscher
deutscher Herkunft für die nächsten drei Jahre in die-
sem hochrangigen Gremium vertreten.
In den vier deutschen Forschungsverbünden zur Sucht-
forschung, die durch das Bundesministerium für Bil-
dung und Forschung (BMBF) gefördert werden, fanden
2007 im Bereich der illegalen Drogen folgende anwen-
dungsorientierte Forschungsprojekte statt.
5.6.1 Forschungsverbund Bayern/Dresden
Primäre Z iele der Studie „Optimierung der Substitu-
tionsbehandlung durch indikative Zuordnung von
Patientenproblemen und Therapiebausteinen“ waren
die Optimierung der Substitution hinsichtlich der Sub-
stitutionsmittel und deren Dosierung sowie die Opti-
mierung der Zuordnung für die psychosoziale Therapie
Drogenabhängiger. 179 Patienten konnten in die Stu-
die aufgenommen werden. Die Katamnese nach sechs
Monaten wurde abgeschlossen, aber noch nicht voll-
ständig ausgewertet. Das Therapiemanual wurde über-
arbeitet und wird Anfang 2008 publiziert.
Ergebnisse: Analysen zum Therapieabbruch ergaben
keinen Zusammenhang mit der Dosishöhe. Der Bei-
konsum nahm signifikant in den ersten sechs Mona-
ten ab. Die wichtigsten Abbruchgründe aus Sicht der
Therapeuten waren Suchtverlangen (Craving) und Bei-
konsum von illegalen Drogen (je 22 %), wegen Familie/
Partner (16 %), Zweifel an eigener Fähigkeit zu einem
drogenfreien Leben und die Zuversicht ohne Therapie
zurechtzukommen (je 11 %). Als relevanter Faktor für
einen Therapieabbruch konnte lediglich das Alter zu
Beginn eines kontinuierlichen Opiatkonsums (je früher,
desto wahrscheinlicher ein Abbruch) festgestellt wer-
den. In der Katamnese nach sechs Monaten gaben 64 %
der Patienten an, keine illegalen Opiate konsumiert zu
haben; frei von allen illegalen Substanzen waren 36 %.
In weiteren Analysen wurde die Bedeutung von Per-
sönlichkeitsmerkmalen untersucht. Dabei ergaben sich
deutliche Hinweise auf die Möglichkeit der Optimierung
einer Substitutionsbehandlung, z. B. in Hinblick auf die
Bedeutung psychologischer Variablen wie Impulsivität,
die Wahl des Substitutionsmittels sowie initiale Moti-
vationstrukturen.
An der Technischen Universität Dresden beginnt 2008
das mehrjährige BMBF-Forschungsgruppen-Programm
„Addiction and the Adolescent Brain“. Hier werden u. a.
im Kontext der neuen Neuroimaging-Arbeitsgruppe
„Cognitive- Affective Neuroscience of Addiction“ vor-
handene Studienergebnisse zu den frühen Entwicklungs-
bedingungen für Sucht vertieft werden.
Ebenfalls 2008 werden im Auftrag der EU eine Reihe
von Projekten zur Verbesserung der therapeutischen
Versorgung und Allokation sowie eine Evaluationsstudie
zu den „Schwerpunkten, Stärken und Defiziten der For-
schung zu illegalen Drogen in der EU“ durchgeführt.
5.6.2 Forschungsverbund Nordrhein-Westfalen
Jenseits der geförderten Einzelprojekte wurden vom
Suchtforschungsverbund in Kooperation mit universi-
tären und nicht-universitären Institutionen Forschungs-
projekte durchgeführ t bzw. neue Projekte beantragt.
Unter Leitung der Suchtforschungsgruppe in Essen
(Leiter: Professor Scherbaum) sind hier insbesondere zu
nennen: Die Evaluation einer suchtstoffübergreifenden
Entwöhnungsbehandlung an der Klinik des Landschafts-
verbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Marsberg, das in
Kooperation mit der LWL-Klinik in Dortmund durch-
geführte Projekt zur ambulanten Entzugsbehandlung
Opiatabhängiger sowie das an den Rheinischen Klini-
ken Essen durchgeführte Projekt KOALA zur Behandlung
von Abhängigkeit im Alter. Ein unter Federführung einer
Londoner Arbeitsgruppe beantragtes Projekt zur Prä-
senz von Drogen im Internet (Nachfolge des Projektes
PSYCHONAUT) wurde im Rahmen des EU-Gesundheits-
programms bewilligt und hat unter Beteiligung der
Essener Arbeitsgruppe am 1. Januar 2008 begonnen.
Das von der Essener Arbeitsgruppe geleitete Projekt
(„Contingency Management bei der Substitutions-
behandlung Opiatabhängiger“, Arbeitsgruppe Profes-
sor Scherbaum) wurde planmäßig fortgeführt. In die-
sem Projekt wird untersucht, ob der Gebrauch von