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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Heroin und andere Drogen
5.3 Prävention von Begleiterkrankungen sowie
Prophylaxe von HIV-, Hepatitis-C- und Hepa-
titis-B-Infektionen bei intravenösem Drogen-
konsum
5.3.1 Hepatitis-Prävention
Gegen Hepatitis B und A stehen wirksame Impfstoffe
zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO)
am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt Angehörigen
von Risikogruppen die Hepatitis B-Impfung.
Durch das Gesetzliche Krankenversicherungs-Wett-
bewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) wurde die Impfung
gegen Hepatitis B im Jahr 2007 zur P?ichtleistung der
Krankenkassen für Risikogruppen wie z. B. drogenkonsu-
mierende Personen.
Dieser festgeschriebene Anspruch auf Schutzimpfungen
soll dazu beitragen, dass Impfungen im Allgemeinen,
aber besonders bei Risikogruppen, eine erhöhte Akzep-
tanz finden und vermehrt in Anspruch genommen wer-
den. Dies gilt auch für die Durchführung von Schutz-
impfungen in Haftanstalten.
Zur Verhinderung von Hepatitis C-Infektionen, gegen
die nicht geimpft werden kann, müssen die notwen-
digen Unterschiede in der Prävention von Hepatitis C
im Vergleich zur HIV-Infektion besser deutlich gemacht
werden. Gefährdete Personen müssen Kenntnisse über
die bestehenden Infektionsrisiken haben und die Mög-
lichkeit haben, diese durch Angebote zur Schadens-
reduktion zur vermeiden. Nicht zuletzt ist auf das
bestehende sexuelle Übertragungsrisiko von HIV und
Hepatitis B bei Drogenkonsumenten hinzuweisen und
in den Präventionsbotschaften zu berücksichtigen.
Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren eine
Reihe von Internationalen Konferenzen zu Hepatitis C
im deutschsprachigen Raum gefördert und somit dazu
beigetragen, die Behandlungsstandards für Drogen-
konsumenten zu erarbeiten.
Vierter Internationaler Fachtag Hepatitis C
und Drogengebrauch Hamburg 2007
„Neue Modelle erfolgreicher HCV-Arbeit“ standen im
Fokus dieser Konferenz, veranstaltet vom „Aktionsbünd-
nis Hepatitis und Drogengebrauch“ in Zusammenarbeit
mit dem „Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung
der Universität Hamburg“ (ZIS).
In Deutschland haben regionale Strategien in Zusam-
menarbeit von Behörden und Einrichtungen des Drogen-
hilfesystems Modellcharakter für die Bekämpfung der
Hepatitis C bei Drogenabhängigen. Die einleitenden
Vorträge des Fachtages brachten die Erfordernisse in der
Prävention und Versorgung der Hepatitis C bei Drogen-
abhängigen national wie international zum Ausdruck:
dringender Bedarf an effektiven Interventionen zur
HCV-Prävention;
Verbesserung des Zugangs zum Hilfesystem (Präven-
tion, Testung, Behandlung) für HCV-infizierte, dro-
genabhängige Migranten;
weitere Anstrengungen zur Klärung von Grundsatz-
fragen zur Epidemiologie und Übertragung der HCV
sind nötig;
die Kombination aus Substitution und antiviraler HCV-
Therapie stellt das geeignetste Setting zur Behand-
lung dar.
Ansätze zur Verbesserung der Prävention stellt das
„Handbuch Hepatitis und Drogengebrauch – Grund-
lagen, Therapie, Prävention, Betreuung und Recht“
zusammen. Es wurde 2006 mit Förderung des BMG
erstellt und erschien wegen der großen Nachfrage 2007
in einer zweiten Au?age. Bisher wurden insgesamt mehr
als 1.450 Exemplare abgerufen.
5.3.2 HIV und Drogenkonsum
Am 12. und 13. März 2007 fand anlässlich der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft die Konferenz „Verantwortung
und Partnerschaft – Miteinander gegen HIV/AIDS“ in
Bremen statt (mehr dazu finden Sie unter B 1.1).