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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Cannabis
der cannabisbezogenen Störungen von Jugendlichen
neue Impulse geben kann. Die Therapieform des inte-
grativen systemischen Familientherapieansatzes, der in
verschiedenen Entwicklungsbereichen und Kontexten
der Betroffenen Veränderungen anstrebt, ist neu. Der
Zulauf in Deutschland ist gut. Ergebnisse können aller-
dings noch nicht vorliegen, da es sich um eine randomi-
sierte Studie handelt.
www.incant.de
4.3.3 Transfer des Cannabisausstiegsprogramms
„Quit the Shit“
„Quit the Shit“ ist der Titel des Internetangebotes der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das sich
an alle Konsumentinnen und Konsumenten von Canna-
bis richtet, die ihren Konsum beenden oder reduzieren
wollen. Kernstück ist ein internetbasiertes Tagebuch
und die Möglichkeit der Beratung über das Internet mit
dem übergeordneten Ziel, innerhalb eines Zeitfensters
von 50 Tagen den individuellen Konsum von Canna-
bis deutlich zu reduzieren. Dieser erfolgreiche Ansatz
wurde im Rahmen eines Modellprojekts erfolgreich in
die kommunalen Strukturen der ambulanten Suchthilfe
integriert. Die Akzeptanz liegt auf einem hohen Niveau
und die Evaluation der Wirkung weist eine signifikante
Konsumreduktion bei den Klientinnen und Klienten
auf. Dieser Erfolg ist zum einen sicherlich der hohen
fachlichen Beratungsqualität und dem Erfahrungshin-
tergrund der Kolleginnen und Kollegen aus den Transfer-
Beratungsstellen zuzuschreiben. Zum anderen dürften
Maßnahmen der Qualitätssicherung ebenfalls maßgeb-
lich zu der erfolgreichen Umsetzung des Transfers bei-
getragen haben.
www.dr ugcom.de /bot_quit the shit _q uitt heshi t_
idx-1.html
4.3.4 Deutsch-schweizerisches Projekt „Realize it!“
„Realize it“ ist eine Kurzintervention bei Cannabismiss-
brauch mit dem Z iel der Konsumreduzierung bzw.
-beendigung. Das Projekt wurde vom schweizerischen
Bundesamt für Gesundheit, vom deutschen Bundes-
ministerium für Gesundheit, von den Kantonen Basel-
Stadt, Basel-Landschaft und Aargau sowie vom Badi-
schen Landesverband für Prävention und Rehabilitation
(blv) von 2004 bis 2007 gefördert.
Die Z ielgruppe von „Realize it“ sind Cannabiskonsu-
menten im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Das Pro-
gramm beinhaltet fünf Einzelberatungen und eine
Gruppensitzung, die innerhalb eines Zeitrahmens von
zehn Wochen absolviert werden. Aus den Ergebnissen
der wissenschaftlichen Begleitung geht hervor, dass
diese Kurzinter vention wirksam ist, wie z. B. der Kon-
sumrückgang bei gleichzeitiger Verbesserung auf der
Symptomebene zeigt.
Allerdings hat sich herausgestellt, dass das Projekt eher
für (junge) Erwachsene als für Jugendliche geeignet ist.
Deshalb wird in Deutschland neben der Transferphase
von „Realize it“, die zur Zeit anläuft, auch an einer
Weiterentwicklung des Ansatzes gearbeitet, mit dem
vor allem Jugendliche in Zukunft besser erreicht werden
sollen.
www.realize-it.org
4.3.5 Modellprojekt CANDIS
CANDIS ist ein individuelles Behandlungsprogramm für
Personen, die ihren Cannabiskonsum überdenken, ein-
schränken oder beenden wollen. Im Unterschied zu Kurz-
interventionsprogrammen wie z. B. „Realize it“ besteht
das kognitiv-behaviorale Entwöhnungsprogramm CAN-
DIS aus drei baukastenartigen Therapiemodulen. Neben
dem Cannabiskonsum werden in der Therapie auch
andere Probleme berücksichtigt, die mögliche Hinder-
nisse bei der Einschränkung des Konsums darstellen
könnten. Dazu gehören Bereiche wie Alltag, Beruf und
soziales Umfeld. Durch ein Problemlösetraining werden
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Bewälti-
gung ihrer Schwierigkeiten unterstützt. Darüber hinaus
werden Strategien für den Umgang mit Depressionen
und Ängstlichkeit vermittelt. Durchgeführt wird die
Therapie von Diplom-Psychologen, die speziell für die
Behandlung von Cannabiskonsumenten ausgebildet
sind. Die Therapie umfasst zehn Sitzungen, die sich
über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten erstre-
cken. Die Behandlung wird in Einzelsitzungen durch-