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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Cannabis
Settings wie Schule oder Jugendhilfe. Fast drei Viertel
der Jugendlichen gelangen über den Weg der justizi-
ellen Auffälligkeit in einen FreD-Kurs. Die allermeisten
Jugendlichen beendeten das Kursangebot regulär, jeder
zehnte Teilnehmende wurde in weiterführende Maß-
nahmen vermittelt. 89,7 % der Teilnehmenden waren
mit dem Angebot zufrieden, 75,5 % bewerteten den
Kurs als persönlich bedeutsam, 69,4 % sind nicht mehr
polizeilich auffällig geworden. Zum Konsumverhalten
gaben 50 % der Befragten an, keine illegalen Drogen
mehr genommen zu haben, 44,3 % den Konsum von
Alkohol und / oder Tabak und 32,7 % den Konsum illega-
ler Drogen reduziert zu haben.
Bezugsquelle des Abschlussberichtes:
www.lwl.org/ks-download/downloads/fred/FRED-
Nachbefragung_lang.pdf
FreD als europäisches Projekt – FreD goes net
Während der Transferphase des Bundesmodellprojektes
FreD in den Jahren 2003/04 haben sich mehrere euro-
päische Länder an die LWL-Koordinationsstelle Sucht
gewandt mit dem Interesse, FreD auch in ihrem Land
zu implementieren.
Die Idee, „FreD goes net“ als europaweites Projekt zu
beantragen, ist aus diesem Interesse entstanden, ver-
bunden mit dem Wunsch, FreD im Hinblick auf zusätz-
liche Z ugangswege, wie z. B. der Auffälligkeit in der
Schule oder am Arbeitsplatz, weiterzuentwickeln und
zu erproben. „FreD goes net“ wird von der Europäischen
Union im Rahmen des Programms Öffentliche Gesund-
heit sowie dem Bundesministerium für Gesundheit
gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Wissen-
schaftlich begleitet wird „FreD goes net“ vom Institut
FOGS. Als Partner am Projekt nehmen Institutionen aus
17 europäischen Ländern teil. Aus finanziellen Notwen-
digkeiten wird zwischen „Pilot-“ und „assoziierten Part-
nerländern“ unterschieden, die in unterschiedlichem
Umfang das Projekt umsetzen. Pilotländer sind Belgien,
Deutschland, Irland, Island, Lettland, Österreich, Polen,
Rumänien, Schweden, Slowenien und (als Gast-Pilot-
land) Zypern. Assoziierte Länder sind Dänemark, Groß-
britannien, Litauen, Luxemburg, die Niederlande und
die Slowakei.
Nach der Auftaktveranstaltung in Warschau im Novem-
ber 2007 wurde als erster Schritt in allen Ländern eine
Recherche durchgeführt. Neben der Erhebung der Aus-
gangssituation in jedem Land geht es um die Beantwor-
tung der Frage, welcher der geeignete Zugangsweg ist,
um konsumierende Jugendliche mit einer Frühinterven-
tion zu erreichen.
Diese Ergebnisse ?ießen in das europäische Handbuch
zum „FreD goes net“-Projekt ein. In einem nächsten
Schritt werden die Fachkräfte der elf Pilot-Partner zur
Durchführung der FreD-Kurse ausgebildet. Die Kurse
mit den Jugendlichen finden zwischen Dezember 2008
und Dezember 2009 statt. Im letzten Drittel des Projek-
tes gibt es ein Treffen mit allen Partnerländern, das der
weiteren Anpassung des „FreD goes net“-Handbuches
dient. In zwei Transferveranstaltungen werden sowohl
Fachkräfte assoziierter als auch bisher noch nicht invol-
vierter Länder geschult. Diese Trainings sowie die euro-
paweit ausgeschriebene Abschlusskonferenz sichern
die Verbreitung und nachhaltige Implementierung des
FreD-Ansatzes in Europa.
www.fred-goes-net.org
4.3.2 Fünf-Länder-Projekt INCANT
INCANT ist ein Therapieprogramm, das die Angehörigen
von jungen Menschen mit problematischem Cannabis-
konsum in die Behandlung einbezieht.
Gegenstand des Projekts ist die Behandlung von 15–20-
jährigen Cannabisabhängigen auf der Basis der evi-
denzbasierten Behandlungsmethode Multidimensional
Family Therapy (MDFT). MDFT ist eine bewährte familien-
basierte Behandlung, die vor 17 Jahren in den USA für
Jugendliche mit Drogen- und Verhaltensproblemen
entwickelt wurde. Verschiedene randomisierte Wirk-
samkeitsstudien haben gezeigt, dass die Haltequote der
MDFT-Intervention hoch ist und zu einer signifikanten
Verringerung des Drogenmissbrauchs und des Problem-
verhaltens der Jugendlichen sowie zu einer Verbesse-
rung der familiären Beziehungen führt.
Auch in Europa hat eine Pilotstudie gezeigt, dass MDFT
in den teilnehmenden europäischen Ländern ein effek-
tives Behandlungsprogramm ist, das dem therapeu-
tischen Umgang mit der zunehmenden Problematik