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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Cannabis
In Deutschland hat der Anbau von Cannabis in so ge-
nannten Indoor-Plantagen zugenommen. Im Berichts-
jahr wurde in Deutschland in umfangreichem Maße
Cannabisanbau auf Außen?ächen und in Gebäuden
betrieben. Es wurden eine Outdoor-Profiplantage, 14
Outdoor-Großplantagen und 68 Outdoor-Kleinplanta-
gen registriert. Ferner wurden 21 Indoor-Profianlagen,
93 Indoor-Großplantagen und 233 Indoor-Kleinplanta-
gen sichergestellt. Die meisten Außenanlagen wurden
in Bayern und Rheinland-Pfalz registriert, die meisten
Indoor-Plantagen in Nordrhein-Westfalen.
4.3 Beratung und Behandlung von Cannabis-
konsumierenden
Zunehmend ex zessiver und besonders früher Canna-
biskonsum stellt in den letzten Jahren europaweit
und auch in Deutschland ein Problem dar. Handlungs-
bedarf ist vor allem aufgrund der steigenden Zahlen
von jugendlichen Cannabiskonsumenten mit behand-
lungsrelevanten Störungen gegeben. Deshalb wurde
in den letzten Jahren eine Reihe von Projekten auf den
Weg gebracht, die sich an Menschen mit problema-
tischem Cannabiskonsum richten. Im März 2007 fand
im Rahmen der europäischen Ratspräsidentschaft eine
Tagung der Nationalen Knotenpunkte der Europäischen
Drogenbeobachtungsstelle statt (siehe B 1.1.4), bei der
Modelle zur Behandlung und Beratung von Cannabis-
konsumierenden aus verschiedenen Ländern vorgestellt
wurden. Dabei wurde deutlich, dass in Deutschland
bereits eine Vielzahl innovativer Ansätze entwickelt
und erprobt wird, die bei den europäischen Partnern
auf großes Interesse stießen.
Die Konzeptionen der im Folgenden beschriebenen
Projekte ergänzen sich wechselseitig. Aufgrund der
zunehmenden Problematik und der steigenden Z ahl
von jungen Cannabiskonsumenten in Beratung und
Behandlung ist es erforderlich, verschiedenen Ansätzen
nachzugehen, um für unterschiedliche Gruppen in der
Gesamtheit der jungen Menschen mit Cannabisstörun-
gen jeweils adäquate Hilfen bereithalten zu können.
4.3.1 Projekt FreD – „Frühintervention bei
erstauffälligen Drogenkonsumenten“
FreD im Jahr 2007
Das Projekt „FreD – Frühintervention bei erstauffälligen
Drogenkonsumenten“ entstand vor dem Hintergrund,
dass Ende der 90er Jahre die Zahl der drogenkonsumie-
renden Jugendlichen anstieg, diese für sich in der Regel
keinen Beratungsbedarf empfanden und demzufolge
vom Hilfesystem schlecht bis gar nicht erreicht wurden.
Es ging der Frage nach, ob bei einer polizeilichen Erst-
auffälligkeit 14 –21-Jährige motiviert werden können,
ein Beratungsgespräch mit anschließender Kurzinter-
vention in Anspruch zu nehmen.
Das von Bund und Ländern geförderte Projekt wurde
von 2000 bis 2002 an 15 Standorten in acht Bundes-
ländern durchgeführt. D ie Intervention besteht aus
einem Einzelgespräch und einem Gruppenangebot
über acht Stunden (zwei bis vier Termine). In diesem
„Drogen-Re?exions-Kurs“ werden interaktive Methoden
eingesetzt, um sich mit dem eigenen Konsumverhalten
auseinanderzusetzen. Lokale Projektträger im „klassi-
schen“ FreD sind in der Regel Drogenberatungsstellen,
die Kooperationen mit der Polizei, den Jugendgerichts-
hilfen und Gerichten eingehen.
Im Auftrag der Koordinationsstelle Sucht des Land-
schaftsverbands Westfalen-Lippe (gefördert vom Bun-
desministerium für Gesundheit, BMG), hat das Institut
FOGS 2007 die Ergebnisse einer Nachbefragung zur
Verbreitung und Umsetzung von FreD in Deutschland
vorgelegt:
Zum Zeitpunkt der Befragung wurde in 140 Einrich-
tungen in Deutschland ein FreD- oder „FreD-ähnliches
Angebot“ angeboten. Weitere 42 Träger gaben an,
zukünftig solch ein Projekt implementieren zu wollen.
Die Finanzierung erfolgt schwerpunktmäßig über die
Regelförderung, nur jedes fünfte Projekt erhält spe-
zielle Projektmittel. In der Regel wird das Projekt von
zwei Fachkräften getragen, die insgesamt knapp 23
Stunden im Monat dafür arbeiten. Rund drei Viertel der
Projekte haben ihr Angebot als FreD-Kurs entwickelt,
entweder unmittelbar wie im Manual vorgeschlagen
oder mit Modifikationen, wie z. B. dem Einbezug von
Auffälligkeit mit legalen Drogen und / oder in anderen