Aspekte, die gesundheitsschädliche Wirkung, der Han-
del mit Cannabisprodukten, die Beratung und Behand-
lung von Cannabisabhängigen und -konsumierenden,
der Konsum sowie die politischen Diskussionen um den
rechtlichen und sozialen Umgang mit Cannabis.
4.2 Situation in Deutschland
4.2.1 Daten aus bundesweiten Befragungen
Um die Entwicklung des Konsums von Cannabis nach-
vollziehen zu können, werden re gelmäßig reprä-
sentative Umfragen durchgeführt. Dazu zählen die
Drogenaffinitätsstudie (DAS) der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der bundesweite
Epidemiologische Suchtsurvey des Instituts für Thera-
pieforschung München, die „Europäische Schülerstudie
zu Alkohol und anderen Drogen“ (ESPAD), die von der
WHO unterstützte Studie „Health Behavior in School-
aged Children“ (HBSC) sowie der Kinder- und Jugend-
gesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch Instituts.
Erfreulicherweise zeigen die Sonderauswertungen der
BZ gA von 2007, der aktuelle Epidemiologische Sucht-
survey und die ESPAD-Studie von 2007, dass die Lebens-
zeitprävalenz und die 12-Monatsprävalenzraten im Ver-
gleich zu den Zahlen von 2003 in allen Altersgruppen
(zum Teil stark) rückläufig sind.
Lediglich bei den regelmäßigen Cannabiskonsumie-
renden ist die Tendenz gleichbleibend. Der Epidemio-
logische Suchtsurvey von 2006 geht davon aus, dass
in Deutschland insgesamt etwa 600.000 Personen
zwischen 18 und 64 Jahren Cannabis entweder miss-
brauchen (380.000) oder von Cannabis abhängig sind
(220.000). Für den Missbrauch bzw. für die Abhängig-
keit gelten dabei die international gebräuchlichen Defi-
nitionen des DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual
of Mental Disorders; Diagnostisches und Statistisches
Handbuch Psychischer Störungen). Vergleiche der Prä-
valenzwerte zwischen 1997 und 2006 zeigen, dass der
Anteil der Personen mit DSM-IV Missbrauchsdiagnosen
gestiegen ist, während der Anteil der Personen mit
Abhängigkeitsdiagnosen konstant blieb.
Mit den Angeboten für diese Gruppe beschäftigt sich
Abschnitt 4.3.
Detaillierte Angaben zu den genannten Studien enthält
der REITOX-Bericht 2007.
www.dbdd.de
4.2.2 Daten des Bundeskriminalamtes
Bei den Cannabisprodukten waren im Jahr 2007 sowohl
Fallzahl (–10 %) als auch die Gesamtsicherstellungs-
menge (–13 %) rückläufig.
Bei Haschisch sind die Zahl der Sicherstellungen mit
9.762 Fällen (–17 %) und vor allem die beschlagnahmte
Gesamtmenge mit 3.678 kg (–34 %) deutlich gesunken.
Die geringere Sicherstellungsmenge im Jahr 2007 ist
primär darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr allein im
Rahmen dreier Sicherstellungen mehr als 2 t Haschisch
beschlagnahmt worden waren.
Bei Marihuana verlief die Entwicklung der Fälle und
Menge uneinheitlich. Der mit 21.831 Fällen im Vergleich
zum Jahr 2006 gesunkenen Zahl an Sicherstellungen
(–
7 %) stand mit 3.770 kg eine deutlich höhere beschlag-
nahmte Gesamtmenge (+28 %) gegenüber.
Wie im Vorjahr waren die Niederlande der bedeu-
tendste Herkunfts- bzw. Transitstaat von Cannabispro-
dukten. Allerdings gelangte Haschisch des Öfteren auch
über Spanien und andere westeuropäische Staaten oder
über Italien und die südlichen Anrainer nach Deutsch-
land. Insbesondere kleinere Mengen Marihuana wurden
in einer großen Anzahl von Fällen neben den Nieder-
landen auch aus Österreich, der Schweiz oder der Tsche-
chischen Republik nach Deutschland geschmuggelt.
Dominierende Nationalitäten beim Handel mit Canna-
bisprodukten waren deutsche, gefolgt von türkischen
und italienischen Staatsangehörigen.