durchs Leben zu gehen“, sagt Dr. Ernst Pallenbach, der in sei-
ner Freizeit gern mit dem Fahrrad weite Bergetappen zurück-
legt. „Auch sie profitieren von mehr Lebensqualität.“
Neben seiner Arbeit als Krankenhausapotheker in Villingen-
Schwenni ngen beschäftigt sich der Pharmazeut mi t der
Arzneimittelabhängigkeit. Er veranstaltet Fortbildungen für
Ärzte, Apotheker und medizinische Laien und organisier t Prä-
ventionsworkshops an Schulen. Und er schreibt Bücher zum
Thema.
Sein wichtigstes Projekt derzeit ist der sanfte Entzug von
benzodiazepinhal tigen Medikamenten, von denen beson-
ders ältere Menschen abhängig sind.
„Medikamentenabhängigkeit wird zu wenig wahrgenommen
und die vorhandenen Hilfen zu wenig genutzt“, sagt Pallen-
bach. Ihn hat vor allem die Frage beschäftigt, wie man die
Betroffenen besser erreichen kann.
„Manche Ärzte geben dem Druck der Patienten nach und
verschreiben ihnen die Mittel oft über Jahrzehnte. Gerade
bei den Niedrigdosisabhängigen wird das nicht als Problem
angesehen. Aber auch die Apotheker sind oftmals zu zurück-
haltend, wenn sie einen Missbrauch oder Dauergebrauch
bemerken“, so Pallenbach. „Die Gefahren für die Patienten
werden oft unterschätzt.“ Denn die Benzodiazepine führen
nicht nur zu Gangunsicherheit und dadurch zu Stürzen, sie
verringern auch die Leistungsfähigkeit, führen zu Vergess-
lichkeit , einer veränderten Schlafstruktur und verstärken
Schlafapnoe. „Die Auswirkungen des Entzugs werden dage-
gen gerade bei älteren Patienten oft überschätzt “, meint
Pallenbach. „Der Entzug ist zwar vorübergehend unange-
nehm, aber die Vorteile eines benzodiazepinfreien Lebens
überwiegen deutlich. Es ist ein Gewinn an Lebensqualität.“
Das möchte er den betroffenen Patienten vermitteln und sie
davon überzeugen, sich für ein Leben ohne Benzodiazepine
zu entscheiden. Der erste Schritt hierzu ist ein persönliches
Gespräch mit den Betroffenen, um mit ihnen über die