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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Alkohol
Innerhalb der präklinischen Studien des Verbunds (Prof.
Spanagel, Mannheim, Prof. Schmidt, Tübingen (†)) wird
das Glutamatsystem und seine Rolle bei der Entstehung
von Verlangen und Rückfällen detailliert untersucht.
Bereits vorliegende Ergebnisse aus dem Alkoholbereich
deuten auf die wichtige Rolle eines speziellen Rezeptor-
typs dieses Neurotransmittersystems hin.
www.bw-suchtweb.de
Forschungsverbund Bayern/Dresden
Entwicklungsbedingungen für Substanzstörungen
auf epidemiologischer Basis – Konsequenzen für die
Versorgung, gemeindebezogene Bedarfsanalysen
und Allokation (EDSP)
In diesem Projekt sind auf der Grundlage einer über
zehn Jahre laufenden Verlaufsanalyse an über 3.000
Jugendlichen und jungen Erwachsenen (EDSP-Studie)
drei entscheidende Erkenntnis-Durchbrüche und neue
Perspektiven erarbeitet worden:
Enge Zeitfenster für präventive Frühinterventionen
von Substanzstörungen
In diesem Teilprojekt wurden substanzspezifisch für
häufige Substanzstörungen wie Cannabis und Alkohol
die Hoch-Risikozeiten für den Übergang von Probier-
verhalten zu problematischem Gebrauch und die Ent-
wicklung von Abhängigkeit durch sorgfältige Verlaufs-
analysen identifiziert. Damit konnte die bereits gute
Datenlage zur Primärprävention des hochprävalenten
Alkoholkonsums (bereits im Alter von 15 weisen 75 %
Probierkonsum auf) und Cannabis (32 % aller Jugend-
lichen haben Cannabis mindestens einmalig probiert)
substantiell ergänzt werden. Es konnte gezeigt werden,
dass der Übergang zu abhängigem Gebrauch zumeist
schnell und in einem engen Zeitfenster von wenigen
Jahren geschieht. Die Altersstufen 15–18 Jahre sind
dabei nach dem Erstkonsum die entscheidenden Jahre,
in denen je nach Ausmaß vorliegender Anfälligkeits- und
Risikofaktoren der Übergang zur Abhängigkeit passiert.
Die Daten legen aus einer Public-Health-Perspektive
nahe, schnellstmöglich nach dem Erstkonsum bezie-
hungsweise der Entwicklung regelmäßigen Konsums
gezielte Frühinterventionen für Betroffene verfügbar zu
machen. Diese versprechen nicht nur die Verhinderung
der Progression zur Abhängigkeit, sondern auch die
Entwicklung substanzbezogener Komplikationen (Dro-
genaffinität, psychische Störungen, Psychoserisiko).
www.ASAT.EDSP.de
Forschungsverbund Nord-Ost
Forschungsverbund Frühintervention bei substanz-
bezogenen Gesundheitsstörungen (EARLINT)
Im Forschungsverbund „Research collaboration in early
substance use intervention“ (EARLINT) werden Ansätze
der Frühintervention bei Tabakrauchen und riskan-
tem Alkoholkonsum entwickelt, die in Prävention und
medizinische Versorgung von Krankheiten integrierbar
sein sollen. Die Studien lassen Aussagen sowohl über
die Wirksamkeit der einzelnen Interventionen als auch
über ihre Einsetzbarkeit im klinischen Alltag zu. Länger-
fristiges Ziel des Forschungsverbundes ist, zur Entwick-
lung von Interventionsformen der Prävention verbrei-
teter Krankheiten beizutragen, die auf Tabakrauchen,
riskanten Alkoholkonsum oder Gebrauch psychotroper
Medikamente zurückzuführen sind oder damit zusam-
menhängen.
(mehr dazu finden Sie unter C 1.5.2.)
Forschungsverbund Nordrhein-Westfalen
In einer Studie „Acamprosat und Integrative Verhaltens-
therapie bei der ambulanten Behandlung von Alkoho-
labhängigen“ (Arbeitsgruppe Prof. Dr. W. Gaebel, Düs-
seldorf) wurde geprüft, ob eine Kombinationstherapie
aus Acamprosat und Verhaltenstherapie den jeweiligen
Einzelbehandlungen in der ambulanten abstinenzori-
entierten Therapie Alkoholabhängiger überlegen ist
(Acamprosat wird in der (ambulanten) Therapie von
Süchtigen eingesetzt, um das Verlangen nach Alkohol
zu reduzieren.). Die Phase der 6-Monats-Nachunter-
suchungen der 371 Teilnehmer wurde im Jahr 2007
beendet. Im Anschluss an die letzten Katamneseerhe-
bungen erfolgten die Beendigung der Dateneingabe,
die Datenvalidierung und der Beginn der Auswertung.
Demnach erreichten bei Therapieende die Alkoholab-
hängigen unter integrativer Verhaltenstherapie Erfolgs-
raten von 47,6 % bei einer Kombination mit Acampro-