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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Alkohol
bekamen unterschiedliche Diagnosen, z. B. Aufmerksamkeits-
Defizit-Syndrom, bis endlich die Alkoholschädigung erkannt
wurde. Kompetente Hilfe für betroffene Kinder, Jugendliche
und junge Erwachsene und ihre Familien bietet die FASD-
Ambulanz der Kinderklinik des Universitätsklinikums Münster.
Hier gibt es seit vielen Jahren ein Diagnostik- und Beratungs-
angebot, das jüngst zur Ambulanz erweitert wurde und von
(P?ege-)Eltern und auch von jungen Er wachsenen mit FASD
besucht wird. Es entstand ein Wohnkonzept für besonders
gefährdete junge Erwachsene mit FASD. Die diagnostische
und beratende Arbeit in Münster war Vorbild für die vor kur-
zem eröffnete niederländische FASD-Beratungsstelle. Seit
2007 wird die FASD-Ambulanz ergänzt durch ein Diagnos-
tik- und Beratungsangebot für Kinder, deren Mütter in der
Schwangerschaft opiatabhängig waren.
In der Ambulanz geht es – neben der umfassenden Diagnose-
stellung – in den Gesprächen auch darum, eine gute Lebens-
perspektive für die Kinder mit FASD – aber auch ihre Familien
– zu finden. Zur Diagnostik gehört regelmäßig auch eine test-
psychologische Untersuchung. Fragen der Lebensperspektive
oder auch ganz konkret der Alltagsbewältigung betreffen
unter anderem auch sozialrechtliche Fragestellungen.
Kontakt:
Universitätsklinikum Münster
Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin
FAS-Ambulanz – Sozialpädiatrisches Zentrum –
Albert-Schweitzer-Str. 33, 48129 Münster
Tel. 02 51-83 - 485 18, Fax 02 51-83 - 495 94
E-Mail: spz@mednet.uni-muenster.de oder
feldrei@uni-muenster.de
Beispiel-Projekte „Alkohol in Schwangerschaf t und
Stillzeit“ und „Leben mit dem fetalen Alkoholsyndrom“
der BKK:
Das Selbsthilfeprojekt der BKK zusammen mit dem Deut-
schen Guttempler-Orden (I.O.G.T.) e. V. zum Thema „Alkohol
in Schwangerschaft und Stillzeit“ diente dazu, durch die Ent-
wicklung von unterschiedlichen Medien zum Thema sowie
auch im Rahmen von Veranstaltungen über die Problematik
zu informieren und aufzuklären.
Mit dieser Broschüre werden Multiplikatoren in unterschied-
lichen Settings wie z. B. Suchtselbsthilfe, Schule, Klinik, Arzt-
praxis und Sozialamt angesprochen. Die der Broschüre beige-
fügten Materialien dienen dazu, dass die Multiplikatoren
Informationen zum Thema erhalten;
eigenständig Informationsveranstaltungen zum Thema
durchführen;
Vor träge zum Thema halten;
in der Presse informieren;
Verständnis für Mütter mit alkoholgeschädigten Kindern
entwickeln.
Das bereits durchgeführ te Selbsthilfeprojekt „Alkohol in
Schwangerschaft und Stillzeit“ ist auf große positive Reso-
nanz gestoßen. Dies belegen zum einen die eingegangenen
Dankschreiben, aber auch die große Nachfrage nach der Bro-
schüre „Kind trinkt mit“ von den Guttemplern.
Durch dieses Projekt hat sich eine Vielzahl betroffener Eltern
und Kinder bei den Guttemplern in Deutschland gemeldet
und nach möglichen Unterstützungsmöglichkeiten gefragt.
Dieser Nachfrage soll mit dem neuen Projekt „Leben mit dem
fetalen Alkoholsyndrom“ begegnet werden. Zielgruppe des
Projektes sind diejenigen, die mit Kindern, die vom fetalen
Alkoholsyndrom betroffen sind, zusammenleben bzw. -arbei-
ten (Eltern, Lehrer, Therapeuten etc.).
Im Mittelpunkt des neuen Projektes sollen Aufklärung der
Öffentlichkeit über das fetale Alkoholsyndrom (FASD) und
über die Folgen, der durch Alkohol in der Schwangerschaft
verursachten Behinderung, stehen. Dadurch soll die Präven-
tion verbessert und eine Sensibilisierung der Bevölkerung für
die Belange der FASD-Betroffenen erreicht werden.
Umgesetzt werden soll dies durch die Entwicklung von adä-
quatem Informationsmaterial, welches Hilfen im Umgang mit
Betroffenen vorstellt, sich aber auch an betroffene Frauen
und Eltern geschädigter Kinder richtet, um diese über die
vorhandenen Hilfsangebote in der Sucht-Selbsthilfe aufzu-
klären. Das Material soll eine thematische Fortsetzung der
Broschüre „Kind trinkt mit“ darstellen und wird Ende 2008
bereit gestellt bzw. veröffentlicht.
2.3.2 Früherkennung und Frühintervention bei
Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit
In der Arbeitsgruppe „Schnittstellenprobleme in der
Versorgung Suchtkranker“ des Drogen- und Suchtrats
wurden 2007 und 2008 die Schnittstellen im Bereich der
Frühintervention bei Alkoholmissbrauch und -abhängig-