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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Alkohol
süchtig zu werden“, lässt für Wolfgang Scheiblich nur
einen Schluss zu: Heilung kann nur durch Menschen erfol-
gen. Durch freundliche Zuwendung können die Suchtkran-
ken wieder Vertrauen in andere Menschen gewinnen und
ihre negativen Erfahrungen korrigieren. Deshalb lautet auch
die zentrale Leitlinie des Kölner SKM, der sich alle Mitarbei-
tenden verp?ichtet fühlen: „Der Mensch am Rande ist unsere
Mitte.“
Wolfgang Scheiblich wünscht sich, „dass die Suchtkranken
nicht mehr als Randgruppe gesehen werden. Das Ziel muss
die Integration der ehemals Abhängigen sein. Unsere Klienten
müssen sich im alltäglichen Leben zurechtfinden und wieder
in das gesellschaftliche Leben aufgenommen werden.“
Für Wolfgang Scheiblich ist es nur konsequent, wenn den
Klienten neben dem Therapi eangebot ei n breites Spek-
trum an lebenspraktischen Hilfen angeboten wird. Der SKM
unterstützt sie zum Beispiel gegenüber den Jobcentern und
ARGEn bei der Beantragung und Durchsetzung von Integra-
tionsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt. Sie erhalten aber auch
Hilfe beim Schuldenabbau durch die dem SKM angegliederte
Schuldnerberatung.
Auch privat widmet sich Wolfgang Scheiblich mit großem
Engagement dem Thema Sucht. Er bildet zukünftige Sucht-
therapeuten am Fritz Perls Institut und an der Katholischen
Fachhochschule Köln aus und gibt ihnen sein Wissen und
seine Erfahrung weiter.
www.skm-koeln.de/
2.3.1 Alkohol in der Schwangerschaft –
das Fetale Alkoholsyndrom (FASD)
Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist die häufigste
Ursache für kindliche Fehlbildungen, die nicht geneti-
scher Ursache sind. Alkohol wirkt auf das ungeborene
Kind bereits in kleinen Mengen wie ein Zellgift. Er
hemmt das Zellwachstum und wirkt missbildend. Vor
allem aber schädigt Alkohol die Nervenzellen und das
Gehirn.
Etwa 10.000 Kinder pro Jahr leiden in Deutschland an
den gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums ihrer
Mütter während der Schwangerschaft. Am schwerwie-
gendsten ist das fetale Alkoholsyndrom (FASD). Nach
vorsichtigen Schätzungen sind ca. 4.000 Neugeborene
pro Jahr betroffen. FASD tritt damit doppelt so häufig
auf, wie das Down-Syndrom. D as Krankheitsbild des
fetalen Alkoholsyndroms äußert sich in Wachstumsstö-
rungen, körperlichen Deformierungen sowie geistigen
und seelischen Behinderungen. Der Intelligenzquotient
liegt im Schnitt bei 75 (Normwert: 100). Noch gravie-
render sind jedoch die emotionalen Auffälligkeiten und
Verhaltensstörungen, wie z. B. Hyperaktivität, Ablenk-
barkeit und Auffälligkeit in der Schule.
Beratungsstelle Sonnenhof e. V. in Berlin
Im März 2007 hat die Beratungsstelle für alkoholgeschädigte
Kinder in Berlin-Spandau ihre Arbeit aufgenommen. Unter
dem Begriff FASD wird ein Spektrum von Störungen zusam-
mengefasst, die durch mütterlichen Alkoholkonsum während
der Schwangerschaft entstehen. Das Angebot richtet sich
an Kinder, bei denen ein Verdacht auf eine vorgeburtliche
Alkoholschädigung besteht, sowie an ihre (P?ege-)Eltern bzw.
Betreuungspersonen.
Die Psychologinnen der Beratungsstel le klären zunächst
die Vorgeschichte ab und analysieren die individuelle Pro-
blematik. Wenn ein begründeter Verdacht auf FASD vorliegt,
wird eine Diagnostik nach internationalen Standards (Four-
Digit Diagnostic Code nach Astley, University of Washington
2004) eingeleitet. Die medizinische Diagnost ik wird von
einem ausgewiesenen FASD-Experten durchgeführt. Parallel
dazu werden im Rahmen der psychologischen Diagnostik
verschiedene Testverfahren angewendet, um Hinweise auf
Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems zu erhal-
ten. Bestätigt sich der Verdacht auf FASD anhand der Dia-
gnostik, werden die (P?ege-)Eltern in der abschließenden
Beratung dabei unterstützt, Fragen der Therapie, Förderung,
schulischen Förderung und Unterbringung entsprechend der
individuellen Problemlage des Kindes bestmöglich zu lösen.
Kontakt:
Beratungsstelle für alkoholgeschädigte Kinder (FASD)
Neuendorfer Str. 60, 13585 Berlin
Tel. 030-33 50 52 73, Fax 030-33 50 55 62
E-mail: fasd-beratung@hotmail.de
www.fasd-beratung.de
FASD-Ambulanz Klinik und Polik linik für Kinder- und
Jugendmedizin in Münster
FASD-Kinder haben oft eine lange Odyssee mit einer Vielzahl
von Untersuchungen und Therapieversuchen hinter sich. Sie