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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Alkohol
Stadt Münster hat aus diesem Grund Ende 2004 eine eigene
breit angelegte Alkoholpräventionskampagne gestartet, die
zum Teil von der Vereinigten IKK finanziert wird.
Gewerbetreibende werden vor Ort von „Voll-ist-out-Teams“
über das Jugendschutzgesetz informiert und für die Proble-
matik sensibilisiert. Ergänzend zu den Aktionen von Poli-
zei und Ordnungsamt soll so eine bessere Einhaltung des
Jugendschutzgesetzes erreicht werden. Eltern werden auf
Elternabenden in der Schule und über die Jugendhilfe infor-
miert, z. B. mit Hilfe eines Faltblattes mit konkreten Tipps für
den Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder. Eltern
sollen in ihrer Aufgabe unterstützt werden, ihren Kindern
altersgerecht und lebensnah den maßvollen Umgang mit
der Kulturdroge Alkohol zu vermitteln und den Einstieg in
den Konsum zu verzögern.
Suchtberatungsstellen, Polizei, Ordnungsamt und Jugend-
schutz stehen als kompetente Ansprechpartner rund um das
Thema „Jugendliche und Alkohol“ zur Verfügung. Um junge
Menschen in Münster für ihr Trinkverhalten zu sensibilisieren
und ihnen Alternativen aufzuzeigen, werden jugendgerecht
gest altete Informationsmaterialien an Szenetreffpunkten
von „Voll-ist-out-Teams“ und über Schule und Jugendarbeit
verteilt . Wettbewerbe, Internetauf tritt und themati sche
Angebote und Aktionen in Schule und Jugendarbeit sensibi-
lisieren für die Thematik auf breiter Basis. Begleitet wird die
Kampagne durch Plakatierung in und auf Bussen, Anzeigen
in Szenezeitschriften, intensive Medienarbeit sowie mit einer
Internetseite
www.vollistout.de.
Um ei ne hohe Nachhaltigkei t zu gewährleisten, wird die
Kampagne ständig weiterentwickelt. Jährlicher Schwerpunkt
ist die Zeit des Karnevals.
2.3 Beratung und Behandlung
Vorgestellt:
Wolfgang Scheiblich,
Leiter des Fachbereichs Drogen-
und AIDS-Hilfe des Sozialen
Dienstes katholischer Männer
e. V. (SKM)
„Sucht ist eine seelische Erkrankung, eine seelische Erkran-
kung entsteht nicht in einem Menschen, sondern zwischen
den Menschen.“ (Ludwig Binswanger)
Die unterschiedlichen Lebenser fahrungen der Menschen,
die dazu geführt haben, dass sie abhängig geworden sind
und schon in jungen Jahren an den Rand ihrer Ex istenz
geraten sind, faszini eren Wolfgang Scheibl ich bis heute:
„Die Arbeit mit Suchtkranken ist so vielschichtig, sie ist mir
nie langweilig geworden.“ 1972 machte er während seines
Theologiestudiums ein studienbegleitendes Praktikum in
einer Drogenberatungsstelle. „Die persönlichen Schicksale
der drogenabhängigen Menschen, das war eine neue Welt
für mich, die mich sehr bewegt hat. Und es war zugleich ein
absolutes Schlüsselerlebnis für mich“ berichtet Scheiblich.
„Für diese Menschen wollte ich mich einsetzen und habe des-
halb noch ein Studium der Sozialarbeit absolviert.“
Heute ist Wolfgang Scheiblich Leiter des Fachbereichs Dro-
gen- und AIDS-Hilfe des Sozialdienstes Katholischer Männer
e. V. (SKM) in Köln. 1902 gegründet, bietet der SKM seit über
100 Jahren Suchtkranken gut vernetzte stationäre und ambu-
lante Hilfen an. In dem erfolgreich aufgebauten Fachbereich
arbeiten mittlerweise 97 engagierte Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Besonders wichtig ist es Scheiblich als Leiter, dass
er seinen Mitarbeitern durch die Sicherung der Dienste des
SKM den Rücken frei hält, damit sie sich bei ihrer Arbeit sicher
fühlen können. „Nur solche Mitarbeiter können den Klienten
Sicherheit und Hoffnung für die Zukunft vermitteln, die sich
selber auch sicher fühlen und nicht ständig Sorge um ihre
beru?iche Zukunft haben müssen. Deshalb bekommen bei
uns auch alle Mitarbeiter einen unbefristeten Vertrag, wenn
sie nicht andere Kollegen wegen Krankheit oder Elternzeit
nur zeitweise vertreten müssen“, betont Scheiblich.
„Dass niemand süchtig geboren wird, sondern dass Erfahrun-
gen mit anderen Menschen einen dazu bringen können,