chen e. V., der „GK Quest Akademie“ und der BKK richtet sich
an die Zielgruppe der Wohnungslosen, die sich durch einen
überdurchschnittlich hohen Alkoholkonsum auszeichnet.
Abstinenzorient ier te Beratungsangebote werden von der
Zielgruppe nicht angenommen. Ein zieloffenes Beratungs-
angebot soll einen ersten Schritt zur Re?exion des Konsums
und zur Trinkmengenbegr enzung unterstützen und das
Erkrankungs- und Verletzungsrisiko – z. B. durch Stürze –
senken.
Im Projekt wurden alle pädagogischen und nichtpädago-
gischen Mitarbeiter der Einrichtungen eingebunden. Durch
einen motivierenden und das Selbstbestimmungspotential
der Bewohner nutzenden systematischen Beratungsansatz
konnte der individuelle Alkoholkonsum und -missbrauch the-
matisiert werden. Ausgangspunkt war das Konzept „Kontrol-
lier tes Trinken“ – zur Prävention riskanten Alkoholkonsums.
Die Erfahrungen des Projektes wurden bei einer Fachtagung
diskutiert und in einer Fachpublikation („Zieloffene Sucht-
arbeit mit Wohnungslosen“) aufbereitet. Sie belegen, dass
das Ziel überraschend gut erreicht wurde und sich die Kom-
munikation zwischen Bewohnern und Mitarbeitern in den
Einrichtungen positiv entwickeln konnte. Das Projekt zeigt
neue Wege in der Arbeit mit Wohnungslosen auf.
Förderung von zieloffener Suchtberatung für Menschen
mit riskantem Alkoholkonsum durch die BKK:
Traditionelle Angebote zur Suchtberatung werden von Men-
schen mit riskantem Alkoholkonsum nicht akzeptiert und
daher auch nicht wahrgenommen. Zum einen aufgrund der
Selbstwahrnehmung als „nicht suchtkrank“, zum anderen
weil das tatsächliche oder vermutete Abstinenzgebot der
Suchtberatung für Ratsuchende im ersten Schritt oft unvor-
stellbar oder auch nicht unbedingt erforderlich ist. Der BKK
Bundesverband fördert über seine Kassen und die EASY-Kurs-
datenbank, insbesondere aber auch über die Öffentlichkeits-
arbeit den Ansatz zur zieloffenen Sucht arbeit. Dieser geht
von der bestehenden Mot ivation der Ratsuchenden aus,
unterstützt sie bei der realistischen Festsetzung von Zielen,
beim Re?ektieren des Prozesses und der kritischen Eigenprü-
fung der Zielerreichung.
Damit leistet der BKK Bundesverband einen Beitrag zum
Paradigmenwechsel in der Beratungsarbeit, zur Sensibili -
sierung der Öffentlichkeit für die Problematik des riskanten
Konsums und Grauzonen zur Suchtentwicklung sowie zur
Förderung eines zielgruppengerechten Angebots durch
Sucht- und Alkoholberatungsstellen.
Beispiel-Projekt „Aktion Glasklar“ der DAK:
„Aktion Glasklar“ ist eine bundesweite Informations- und
Sensibilisierungskampagne zum Thema Alkohol bei Jugend-
lichen und jungen Erwachsenen, die von der Deutschen
Angestellten Krankenkasse (DAK) initiiert worden ist. Koope-
rationspar tner sind das Institut für Therapie- und Gesund-
heitsforschung (IFT-Nord) und der Berufsverband der Kinder-
und Jugendärzte.
Bei Kindern unter 16 Jahren verfolgt die Kampagne das Ziel
der vollständigen Abstinenz, bei älteren Jugendlichen das
Ziel des verantwor tungsbewussten Umgangs mit Alkohol
sowie der Punktnüchternheit.
Für jüngere und ältere Jugendliche wurden j eweils al ters-
gerechte Printmaterialien entwickelt. Ferner umfassen die
Materialien eine Informationsbroschüre für Eltern, ausgear-
beitete Vorschläge für den Unterricht, die Jugendarbeit und
die Arzt praxis, eine umfangreiche CD-ROM und eine inter-
aktive Webseite (
www.aktionglasklar.de
). Als Anreiz für die
Auseinandersetzung mit der Thematik Alkohol wird ein Quiz
angeboten. Alle diejenigen, die das richtige Lösungswort des
Quiz gefunden haben, können an einer Verlosung von Geld-
preisen teilnehmen, die zweimal jährlich erfolgt.
Im Jahr 2007 wurden Materialien für knapp 50.000 Jugend-
liche bestellt. Eine wissenschaftliche Studie mit 1.686 Jugend-
lichen zeigte positive Effekte des Programms ein Jahr nach
der Eingangsuntersuchung.
Alkoholpräventionskampagne „Voll ist out“
Eine von der Westfälischen-Wilhelms-Universität durchge-
führte Längsschnittbefragung von 1999 bis 2003 von Schü-
lerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7, 9 und 11 aus
Münster sowie die im Karneval 2004 in Münster veröffent-
lichten Zahl en der Sanitäts- und Rettungsdienste haben
ergeben, dass auch in Münster immer mehr Jugendliche
besorgniserregende Konsummuster wie das „Binge Drinking“
aufweisen. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der