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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Alkohol
stell en, Landesfachstel len, Behörden und Landesdrogen-
beauftragte, um mit ihnen gemeinsame Aktionen zu planen
und durchzuführen.“
Bei den Aktionen kam es ihr darauf an, nicht mit dem erho-
benen Zeigefinger auf die Menschen zuzugehen. „Aktionen
wie zum Beispiel Alkoholselbsttests, Theaterstücke, Rausch-
brillen-Parcours oder Fahrsimulatoren wecken das Interesse
der Menschen und machen ihnen bewusst, was der Alkohol
mit ihrem Körper macht.“
Gespräche mit „ehemaligen“ Alkoholikern hält sie dagegen
für problematisch. Es könne nicht darum gehen zu demons-
trieren, „Ja, man kann nach langen Jahren aus der Sucht heraus-
kommen“. „Das würde ja bedeuten,“ so Brandt-Michael, „dass
man erst etwas gegen die Sucht tun muss, nachdem schon
alle wirtschaftliche Grundlagen und die Familie zerstört sind.
Ich finde das zynisch. Wir müssen viel früher ansetzen, schon
bevor alles kaputt ist.“
„Die Normalität im Umgang mit Alkohol, aber auch die Wer-
bung und die Ver fügbarkeit sind ein Problem in Deutsch-
land“, so Sonja Brandt-Michael. Sie weiß, dass es schwer ist,
daran etwas zu ändern, weil Alkohol als Kulturgut gilt. Aber
auch die deutsche Trinkkultur sei ei n Problem. „In Italien
und Frankreich trinkt man Wein zum Essen und im Anschluss
einen Kaffee, bei uns wird danach oft weiter getrunken“, so
Sonja Brandt-Michael.
Ihr liegen besonders auch die Familien der Suchtkranken
am Herzen. „Wenn durch unsere Aktionen auch nur einer
Familie geholfen werden kann, dann haben wir schon etwas
erreicht.“
Weniger Normalität im Umgang mit Alkohol wird auch das
Ziel der nächsten Alkoholwoche 2009 sein. Sonja Brandt-
Michael hat schon mit den Vorbereitungen begonnen.
www.suchtwoche.de
Aktionen zur Vereinbarkeit von Alkohol und Sport
Die BZ gA und der Deutsche Olympische Sportbund
(DOSB) konzentrierten im Rahmen der Alkoholwoche
2007 ihre Aktivitäten auf den organisierten Sport mit
seinen 86.000 Vereinen. Besonders die Vereinsmitglie-
der sollten für ihre Vorbildrolle gegenüber Kindern und
Jugendlichen sensibilisiert werden. Die Sportvereine
wurden aufgerufen, ein Wochenende im Juni 2007 für
„alkoholfrei“ zu erklären und rund um die Sportveran-
staltungen auf Alkohol zu verzichten.
Ziel der Aktion war es, wesentliche Punkte der Alkohol-
prävention langfristig zu einem festen Bestandteil
des Vereinslebens zu machen, z. B. die unbedingte
Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen, eine ver-
antwortungsvolle Preisgestaltung, eine ausgewogene
Getränkeauswahl sowie vereinsinterne Absprachen
und Regelungen (z. B. kein Bier, keine Zigaretten am
Spielfeldrand). Die Initiative und der Aufruf fanden in
den Sportvereinen eine große Resonanz. Mehr als 420
Sportvereine meldeten sich mit Angeboten zu einem
„alkoholfreien Sportwochenende“. Über eine Fragebo-
genaktion konnte ermittelt werden, dass sich über 85 %
bereit erklärten, Aktivitäten zur Alkoholprävention zu
wiederholen.
Diese breite Zustimmung veranlasste die BZgA, das
Thema Alkoholprävention im Sportverein auch 2008
mit einzelnen Landessportbünden und -jugendgruppen
in Folgeprojekten zu wiederholen.
2.2.2 Plattform „Alkohol – Verantwortung setzt
die Grenze!“ der BZgA
Unter dem Motto „Alkohol – Verantwortung setzt die
Grenze!“ hat die BZgA eine Plattform geschaffen, die
eine Vielzahl von Akteuren in eine Initiative für den ver-
antwortungsvollen Umgang mit Alkohol einbindet.
Die BZgA bietet unter diesem Motto eine Reihe von
Medien und Maßnahmen an, die vor allem dazu die-
nen sollen, die Allgemeinbevölkerung über die Folgen
gesundheitsschädigenden Alkoholkonsums zu infor-
mieren sowie Fachberufsgruppen und Multiplikatoren
durch Arbeitshilfen in ihrer Beratungstätigkeit bei Alko-
holproblemen zu unterstützen.
Auch im Jahr 2007 wurden mit zahlreichen Tageszeitun-
gen ergänzende regionale Telefonaktionen zum Thema
„Alkohol – Verantwortung setzt die Grenze!“ durchge-
führt. Die Leserinnen und Leser der Zeitungen erhielten
Gelegenheit, ihre Fragen an das BZgA-Beratungsteam
zu stellen. Insgesamt erreichten die Zeitungen durch
die Vor- und Nachberichte eine beträchtliche Au?agen-
höhe.