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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Alkohol
Am 18. Oktober 2007 fand unter Beteiligung US-ame-
rikanischer Wissenschaftler ein vom Suchtforschungs-
verbund NRW organisiertes Treffen der deutschen
Suchtforschungsverbünde in Düsseldorf statt. Jenseits
der geförderten Einzelprojekte wurden vom Suchtfor-
schungsverbund in Kooperation mit universitären und
nicht-universitären Institutionen Forschungsprojekte
durchgeführt bzw. neue Projekte beantragt (mehr dazu
finden Sie unter C 5.6.2 unter Forschung).
Die Reaktion auf suchtmittelassoziierte Stimuli vor und
nach einer Entwöhnungsbehandlung bei Alkohol- und
bei Nikotinabhängigen wurde in einem Projekt in Bonn
untersucht (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Wagner). Die Ergeb-
nisse zeigen, dass die Schreckre?exmodulation und die
Aufmerksamkeitszuwendung sowohl bei Rauchern wie
auch bei Alkoholabhängigen in Richtung einer stärke-
ren Beachtung und Anreizwirkung von suchtassoziier-
ten Bildreizen verändert ist. Neu ist der Befund, dass
sich die automatischen Reaktionen auf visuelle und
suchtbezogene Reize im Verlauf einer mehrwöchigen
Entwöhnungsbehandlung nicht ändern, auch wenn die
Entwöhnungsbehandlung mittelfristig zu Abstinenz
führt. Selbst bei einer Gruppe mehrjährig abstinenter
Raucher war diese erhöhte Empfindlichkeit nachweis-
bar. Das implizite „Suchtgedächtnis“ ist demnach sehr
zeitstabil und bildet eine Grundlage des fortbestehen-
den Rückfallrisikos.
2 Alkohol
Die „Alltagsdroge“ Alkohol verursacht bei einer großen
Zahl von Menschen schwerwiegende gesundheitliche
Probleme: 9,5 Millionen Menschen in Deutschland
konsumieren Alkohol in riskanter Weise. 1,3 Millionen
Menschen sind alkoholabhängig. Jedes Jahr sterben in
Deutschland mindestens 42.000 Menschen an den Fol-
gen ihres Alkoholmissbrauchs. Die volkswirtschaftlichen
Kosten für die Gesellschaft werden auf 20 Milliarden
Euro pro Jahr geschätzt.
2.1 Europäische und internationale Alkoholpolitik
Ebenso wie die Tabakpolitik rückt auch die Alkoholpo-
litik immer weiter in den Fokus der EU-Aktivitäten. Die
im Oktober 2006 beschlossene EU-Alkoholstrategie zur
Verringerung alkoholbedingter Schäden wurde 2007
weiterentwickelt. Im Juni 2007 wurde das „Forum für
Alkohol und Gesundheit“ als gemeinsame Aktionsplatt-
form eingerichtet.
Auch das Europäische Parlament hat am 5. September
2007 eine Entschließung zur EU-Strategie verabschie-
det.
Auf internationaler Ebene wird derzeit ebenfalls eine
globale Strategie zur Reduzierung des schädlichen Alko-
holkonsums gefordert. Eine entsprechende Empfehlung
hat der Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) am 23. Januar 2008 verabschiedet.
(mehr zur EU-Alkoholpolitik und den Projekten Pathways
for Health und Building Capacity unter B 1.3 und zur
WHO-Alkoholstrategie B 2.5.2)
2.2 Prävention
2.2.1 Aktionswoche 2007 „Alkohol –
Verantwortung setzt die Grenze!“
Konzept und Ereignis
Unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der
Bundesregierung veranstalteten die Deutsche Haupt-
stelle für Suchtfragen (DHS) und die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Juni 2007 eine
Aktionswoche unter dem Motto „Alkohol – Verantwor-
tung setzt die Grenze!“.
Anliegen war es, in vielen verschiedenen Lebensberei-
chen einen Anstoß zum Nachdenken über den verant-
wortungsvollen Alkoholkonsum zu geben. Alle gesell-
schaftlichen Gruppen waren aufgefordert, selbstkritisch
ihren Umgang mit Alkohol zu überprüfen und zu re?ek-
tieren.
Viele Partner haben die Kampagne unterstützt: die
Deutsche Rentenversicherung, die Spitzenverbände
der Krankenkassen, die Bundesärztekammer, die Bar-
mer Ersatzkasse und die Bundesvereinigung der kom-