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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Tabak
Analyse, ob eine mehrdimensionale Intervention in
der Lage ist, das Rauchverhalten der Patienten positiv
zu verändern.
Im Rahmen der Studie konnten 1578 Patienten aus 39
Suchtrehabilitationskliniken in Deutschland erreicht
werden. In allen 39 Kliniken herrscht noch Entwick-
lungspotenzial hinsichtlich der bestehenden Tabakprä-
ventionsangebote. Am geringsten entwickelt sind die
Bereiche Schulung der Mitarbeiter und Engagement der
Kliniken. Tabakabstinenzquoten bei Klinikentlassung
variieren zwischen den Kliniken von 0 % bis 26 %.
Variablen der Tabakprävention beein?ussen das Rauch-
verhalten der Patienten. In der Tabakprävention enga-
gierte Kliniken zeigen höhere Abstinenzquoten bei
ihren Patienten.
Alle Kliniken verbesserten im Laufe der Projektdauer ihre
Tabakpräventionsmaßnahmen, wobei Kliniken der Inter-
ventionsgruppe signifikant höhere Werte erzielten.
Ziel des Teilprojekts „Mutter-Kind-Kliniken“ war es, im
Rahmen von Mutter-Kind-Kuren zu untersuchen, inwie-
weit zwei unterschiedliche Formen telefonischer Nach-
betreuung (strukturiert und non-direktiv) im Anschluss
an einen Tabakentwöhnungskurs die langfristige
Erfolgsquote von Frauen beim Rauchstopp verbessern.
Das Tabakentwöhnungsprogramm wurde in 18 Kliniken
implementiert. Als Zielgruppe wurden 527 rauchende
Mütter erreicht.
Im Ergebnis erweist sich nur die strukturierte telefo-
nische Nachsorge im Anschluss an eine klinikbasierte
Intervention für Frauen als effektives Mittel zur langfris-
tigen Stabilisierung der Abstinenzquoten. Im Vergleich
mit internationalen Forschungsergebnissen zeigt das
Tabakprogramm insgesamt eine gute Wirksamkeit.
Forschungsverbund Nord-Ost
Im Forschungsverbund „Frühintervention bei substanz-
bezogenen Gesundheitsstörungen – Research collabo-
ration in early substance use intervention (EARLINT)“
werden Ansätze der Frühintervention zum Nichtrauchen
und bei riskantem Alkoholkonsum entwickelt, die in die
Prävention und medizinische Versorgung von Krankhei-
ten integrierbar sein sollen. Die Studien lassen Aussagen
sowohl über die Wirksamkeit der einzelnen Interven-
tionen als auch über ihre Einsetzbarkeit im klinischen
Alltag zu. Längerfristiges Ziel des Forschungsverbundes
ist, zur Entwicklung von Interventionsformen der Prä-
vention verbreiteter Krankheiten beizutragen, die auf
Tabakrauchen, riskanten Alkoholkonsum oder Gebrauch
psychotroper Medikamente zurückzuführen sind. EAR-
LINT umfasst 17 drittmittelgeförderte Forschungspro-
jekte, die unterschiedliche Settings nutzen, um Zugang
zur Gesamtbevölkerung zu erhalten. Hinzu kommen
Projekte, die ausschließlich mit Eigenmitteln finanziert
werden. Im Jahr 2007 wurden neue Bereiche hinzu-
gewonnen. Von den 17 Projekten betreffen 13 die Wirk-
samkeit von Kurzinterventionsmethoden zur Reduktion
des Rauchens, vier haben gesundheitsriskanten Alko-
holkonsum zu Gegenstand und ein Projekt betrifft den
Gebrauch psychotroper Medikamente. Unmittelbares
Ziel der Interventionen ist die Erhöhung der Motivation
zur Beendigung des Tabakrauchens, des gesundheits-
riskanten Alkoholkonsums sowie des Gebrauchs psycho-
troper Substanzen über die ärztliche Indikation hinaus.
In der zweiten Förderphase wurden besonders Projekte
zur Wirksamkeit der Implementierung sekundärpräven-
tiver Maßnahmen in die Routine medizinischer Versor-
gung untersucht. Mittlerweile sind neben dem BMBF
weitere Förderer aus dem öffentlichen Bereich, wie das
Bundesministerium für Gesundheit, in EARLINT aktiv.
In dem Forschungsverbund arbeiten u. a. die Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Lübeck
und das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
der Universität Greifswald zusammen, das den Verbund
koordiniert. Aus EARLINT sind bisher 84 wissenschaft-
liche Arbeiten publiziert und weitere in Vorbereitung
www.medizin.uni-greifswald.de/epidem
Forschungsverbund Nordrhein-Westfalen
Mitglieder des Suchtforschungsverbundes NRW betei-
ligten sich auch im Jahr 2007 an vielfältigen Weiterbil-
dungsaktivitäten zum Wissenstransfer. In Kooperation
mit der Ärztekammer Nordrhein wurde die nunmehr
dritte Weiterbildungsveranstaltung „Update Sucht-
medizin“ am 27. August 2007 in Essen durchgeführt.
Die jährlich durchgeführte Veranstaltung ist zu einem
festen Bestandteil der Fortbildung in NRW geworden.