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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Tabak
aus vier regionalen Verbünden für Suchtforschung,
die ebenfalls vom BMBF gefördert werden. Sprecher
des Deutschen Suchtforschungsnetzwerkes ist Profes-
sor Mann. Auf vier Treffen fand ein reger inhaltlicher
Austausch zwischen den Vertretern der vier regionalen
Suchtforschungsverbünde und internationalen Exper-
ten statt. Die Tatsache, dass ehemalige Gutachter als
Berater gewonnen werden konnten, zeigt den hohen
Stellenwert des deutschen Suchtforschungsnetzes auch
aus internationaler Sicht.
Forschungsverbund Baden-Württemberg
Aufgrund einer Verlängerung der Laufzeit kann die
Arbeit im Verbund Baden-Württemberg bis Herbst 2008
planmäßig fortgesetzt werden. Die Projekte befinden
sich in einer Phase der Datenaufarbeitung, -analyse
und Ergebnisdarstellung. Im Rahmen des im Juni 2008
in Mannheim stattfindenden Ersten Deutschen Sucht-
kongresses wird es einen Themenschwerpunkt zu den
Ergebnissen der Suchtforschungsverbünde geben.
Beispielhaft werden einige Projekte des Suchtfor-
schungsverbundes Baden-Württemberg vorgestellt:
Ein Projekt beschäftigte sich mit der Implementierung
von Maßnahmen zur Raucherentwöhnung in Hausarzt-
praxen (Prof. Brenner, Heidelberg).
Ein weiteres Projekt, das im Rahmen einer seit ca. 15
Jahren etablierten Längsschnittuntersuchung (Mannhei-
mer Risikokinderstudie) durchgeführt wurde, beschäf-
tigte sich mit der Entwicklung des Tabakmissbrauchs
bei Jugendlichen (Prof. M. H. Schmidt, Dr. Laucht, Mann-
heim). Die Ergebnisse zum Zusammenhang interperso-
neller bzw. sozialer Faktoren und dem Rauchverhalten
Jugendlicher, insbesondere aber der Zusammenhang
zwischen dem Rauchverhalten der Mutter in der Schwan-
gerschaft und der Wahrscheinlichkeit der Jugendlichen,
ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) zu ent-
wickeln, haben ein breites Medienecho ausgelöst.
Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Entwick-
lung von Raucherentwöhnungstherapien, die an bio-
logische und psychologische Prädiktoren adaptiert
werden (Prof. Batra, Tübingen), nachdem sich das Vor-
gängerprojekt mit der Aufklärung solcher Prädiktoren
beschäftigte. Inzwischen wurde mit Hilfe der Ergeb-
nisse aus der ersten Förderperiode eine Klassifizierungs-
formel zur Ermittlung von Untergruppen mit speziellen
Risikoprofilen (z. B. „depressiv“, „hyperaktiv“) entwickelt.
Auf Grundlage dieser Formel erfolgte die Gruppenzu-
weisung im laufenden Projekt und eine nachfolgende
Randomisierung. Die Datensammlung ist inzwischen
abgeschlossen. Das Projekt befindet sich in einer fort-
geschrittenen Auswertungsphase. Ergebnisse werden
im Laufe des Jahres 2008 vorgestellt.
Forschungsverbund Bayern/Dresden
Allgemeine Entwicklungen
Das Arbeitsprogramm des Verbundes des BMBF mit
den Allocating Substance Abuse Treatments (ASAT)
zeichnete sich im Jahr 2007 durch eine intensive und
erfolgreiche Publikations- und Öffentlichkeitsarbeit aus.
Zugleich hat das Programm eine weitere strukturelle
und inhaltliche Ausweitung erfahren. Hierzu gehören
unter anderem:
Die Einwerbung e ines mehrjährigen BMBF-For-
schungsgruppen-Programms „Addiction and the
Adolescent Brain“ (Smolka, Wittchen, Bühringer,
Goschke). Hier werden im Kontext der neuen Neuro-
imaging-Arbeitsgruppe die frühen Entwicklungs-
bedingungen für Sucht vertieft.
Der Aufbau eines multizentrischen Kompetenznetz-
werkes „Raucherentwöhnung“ (Bühringer). Ziel ist
die Entwicklung verbesserter Interventionsmetho-
den sowie die grundlagenbezogene Erforschung von
Rückfallfaktoren.
Der Aufb au einer Arbeitsgruppe „Glücksspiel“
(Bühringer). D abei liegt der Schwerpunkt auf der
Analyse umschriebener, kognitiver Faktoren (z. B.
Impulskontrolle) sowie den ätiopathogenetischen
Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Vergleich
zu Suchterkrankungen.
Auf europäischer Ebene wurden eine Reihe von EU-
Multizenter-Projekten zur Verbesserung der therapeu-
tischen Versorgung und der Allokation eingeworben
(Bühringer).