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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Tabak
(Zur Umsetzung der EU-Tabakwerberichtlinie in deut-
sches Recht siehe B 1.2.2)
1.5 Forschung
1.5.1 Studienreihe „Rauchen im deutschen Fern-
sehen und in deutschen Kinofilmen“
Das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsfor-
schung (IFT-Nord) untersuchte im Auftrag des Bundesmi-
nisteriums für Gesundheit die Verbreitung des Rauchens
im deutschen Film und Fernsehen. Insgesamt wurden
409 Kinofilme und 352 Stunden Fernsehprogramm
inhaltsanalytisch ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass
Tabakrauchereignisse im deutschen Fernsehen und in
deutschen Kinoproduktionen häufig vorkommen.
Um die Auswirkungen des Rauchens in Kinofilmen auf
deutsche Jugendliche zu untersuchen, wurden 5.586
knapp 13 Jahre alte Schülerinnen und Schülern unter-
sucht. Es konnte gezeigt werden, dass die Anzahl der
Jugendlichen, die schon einmal Zigaretten probiert
haben, in dem Ausmaß steigt, in dem die Jugendlichen
Filme gesehen hatten, in denen geraucht wurde.
Ein Jahr nach der Eingangsuntersuchung konnten 2.711
Jugendliche, die bis zur Eingangsuntersuchung noch
nie geraucht hatten, erneut untersucht werden. 503
Jugendliche (19 %) hatten in der Zwischenzeit mit dem
Rauchen experimentiert. Die Ergebnisse dieser Nach-
untersuchung zeigen, dass sich das Risiko der Initiierung
des Rauchens mit der Exposition zu Tabakrauchszenen
in Filmen verdoppelt.
Aufgrund der Studienergebnisse versucht die Drogen-
beauftragte der Bundesregierung, verschiedene Fernseh-
sender für eine stärkere Beachtung des Nichtrauchens
zu sensibilisieren und zu einer freiwilligen Vereinba-
rung zu kommen, die darauf abzielt, dass das Rauchen
in Film- und TV-Produktionen zurückhaltender einge-
setzt wird und insbesondere in Kinder- und Jugendfil-
men gänzlich darauf verzichtet wird. Die Intendanten
der deutschen Fernsehsender wurden im Jahr 2007 zu
einem Gespräch eingeladen. Eine entsprechende frei-
willige Vereinbarung wird von der Drogenbeauftragten
im Jahr 2008 angestrebt.
Berichte der Studienreihe unter:
www.drogenbeauftragte.de
1.5.2 Ergebnisse der Projekte aus den
vier deutschen Forschungsverbünden zur
Suchtforschung
In den Forschungsverbünden zur Suchtforschung des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
bearbeiten Wissenschaftler (u. a. Psychiater, Psycho-
logen, Sozialmediziner und Naturwissenschaftler)
gemeinsam mit Kliniken, niedergelassenen Ärzten, Psy-
chologen, Psychotherapeuten, Drogenberatungs- und
anderen Einrichtungen der Suchthilfe anwendungs-
orientierte Forschungsprojekte. Schwerpunkte des
Arbeitsprogramms sind die verbesserte Information der
Abhängigen und deren Angehörigen und eine suchtspe-
zifische Aus- und Fortbildung von Ärzten und Therapeu-
ten zum Arbeitsprogramm der Verbünde.
Die vier Forschungsverbünde zur Suchtforschung befin-
den sich seit November 2004 in der zweiten Förder-
periode. Die Förderung aller Verbünde läuft 2008 aus.
In vielen Projekten steht die Implementierung der bis-
her erworbenen Erkenntnisse in die Versorgungspraxis
an. Um die allgemeinen Ziele der Prävention und Früher-
kennung von Suchterkrankungen, die Verbesserung der
Behandlung von Abhängigen und nicht zuletzt die Ver-
meidung von Rückfällen effektiver verfolgen zu können,
wurde die Zusammenarbeit der Verbünde im Jahr 2005
intensiviert. Im März 2005 wurde zur Intensivierung
der Zusammenarbeit und Interessenwahrnehmung das
„Deutsche Suchtforschungsnetz“ gegründet. Es besteht
WERBEAUSGABEN DER TABAKINDUSTRIE 2006
Werbeausgaben insgesamt
79.898.676,22 Euro
davon:
Werbung
34.280.418,43 Euro
Werbung in Printmedien
8.611.582,77 Euro
Außenwerbung
20.019.962,35 Euro
Werbung im Kino
2.149.724,00 Euro
Werbung im Internet
2.756.122,51 Euro
Sonstige Werbung
712.238,78 Euro
Promotion
41.929.534,63 Euro
Sponsorship
3.688.723,16 Euro