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C | Suchtstoffe und Suchtformen | Tabak
BKK-Broschüre „Rauchen oder nicht rauchen –
eine Broschüre für die Arbeit in Selbsthilfegruppen“
Tabakkonsum verursacht nicht nur viele Erkrankungen, auch
therapeutische Maßnahmen sind bei Raucherinnen und
Rauchern weniger erfolgreich. Ziel war es daher, das syste-
matische Gespräch zu den Wirkungen des Tabakkonsum in
Selbsthilfegruppen anzuregen. Dazu werden Gruppenleitern
durch die Broschüre „Rauchen oder nicht rauchen“ vielfältige
Anregungen für eine zieloffene und allgemein interessante
Diskussion in den Gruppen zur Ver fügung gestellt. Mit die-
sem Ansatz soll das Bewusstsein um die Problematik des Rau-
chens und Passivrauchens gestärkt und bei den Rauchern die
Ausstiegsmotivation gefördert werden.
Die Evaluation zum Einsatz dieser Broschüre zeigte, dass
gerade in der Suchtselbsthilfe die Gruppenleiter eine anre-
gende Diskussion über das Rauchen in Gang setzen konnten
und bei vielen Rauchern die Ausstiegsmotivation erhöht wer-
den konnte.
(mehr zur Suchtselbsthilfe unter F)
Projekt „Just be smokefree“ der DAK
„Just be smokefree“ ist ein Rauchstopp-Programm für Jugend-
liche und junge Erwachsene, das von der DAK initiiert wurde.
Kooperationspartner sind das Instit ut für Therapie- und
Gesundheitsforschung (IFT-Nord), die Deutsche Krebshilfe,
die Bundesärztekammer und der Berufsverband der Kinder-
und Jugendärzte.
Es handelt sich um ein Selbsthilfeprogramm, zu dem sich
die rauchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen
allein, mit einem Paten oder im Team anmelden können. Eine
jugendgerechte Broschüre gibt zahlreiche Tipps und Anre-
gungen zum Rauchstopp. Für den Einsatz in der Schule ist
ein spezieller Folder entwickelt worden.
Jugendliche, die noch nicht ausreichend motiviert sind, ihr
Rauchverhalten zu modifizieren, erhalten über interaktive
Tests, die auf der Website
www.justbesmokefree.de
einge-
stellt sind, eine direkte Rückmeldung zu ihrem Verhalten.
Als Anreiz zur Teilnahme an dem Programm werden viertel-
jährlich Preise unter den erfolgreichen Jugendlichen bzw.
deren Paten ausgelost. Seit 2002 haben sich über 12.500
Personen für das Programm angemeldet und wurden über
100.000 Tests auf der Website des Programms durchgeführt.
Eine aktuelle Expertise des Bundesministeriums für Gesund-
heit hebt positiv die wissenschaftliche Evaluation des Pro-
gramms hervor.
Projekt „Nichtrauchen lohnt sich“ der IKK Nord
Rauchfrei mit Gewinn – unter diesem Motto startete 2006 das
Projekt „Nichtrauchen lohnt sich“ als Gemeinschaftsaktion
des Lessing-Gymnasiums Neubrandenburg, der Hochschule
Neubrandenburg, der Innungskrankenkasse Nord sowie des
Instituts für Gesundheitsforschung und Prävention.
Das Pilotprojekt umfasste themenbezogene Informations-
veranstaltungen, ei ne repräsentative Befragung von 448
Schülern der Klassenstufen fünf bis elf sowie einen kontrol-
lierten und prämierten „Rauch-Frei-Wettbewerb“ unter den
Klassen. Zu Projektende waren die Klassen fünf und sechs
komplett rauchfrei, in den Klassenstufen sieben bis neun gab
es einige Gelegenheitsraucher, die Anzahl der anfangs 60
regelmäßigen Raucherinnen und Raucher der Klassen zehn
und elf hatte sich sichtbar reduziert. Damit war das Lessing-
Gymnasium die erste und bislang einzige Schule in Mecklen-
burg-Vorpommern, die das Ziel einer rauchfreien Schule
mit wissenschaftlicher Begleitung bereits ein Jahr vor dem
offiziellen Rauchverbot umsetzte und dafür unter anderem
durch einen Besuch des Kultusministers gewürdigt wurde.
Das Projekt wurde 2007 zu einer landesweiten Kampagne
mit schulischen und kommunalen Aktionstagen, unter ande-
rem im Kult usministerium Schwerin, sowie in Form einer
interaktiven Wanderausstellung ausgebaut und wird 2008
fortgeführ t.
1.4 Angebotsreduzierung
1.4.1 Studienreihe Umsetzung, Akzeptanz und Aus-
wirkungen der Tabaksteuererhöhungen
In Deutschland wurde zwischen 2002 und 2005 die
Tabaksteuer zweimal in insgesamt fünf Stufen erhöht.
Diese Steuererhöhungen wurden im Auftrag des Bun-
desministeriums für Gesundheit durch das Kieler Institut
für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) auf
Umsetzung, Akzeptanz und Auswirkungen untersucht.
Es zeigte sich, dass die Befürwortung der Steuererhö-
hung in der Bevölkerung kontinuierlich gestiegen ist. Ein
nicht unerheblicher Anteil der Raucherinnen und Rau-
cher hat die steuerinduzierten Preiserhöhungen zum
Anlass genommen, ihr Rauchverhalten zu verändern.
Die Steuererhöhungen haben dazu beigetragen, dass
2007 ein historischer Tiefstand in der Verbreitung des
Rauchens im Jugendalter festgestellt werden konnte.