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B | Europäische und internationale Zusammenarbeit | Internationale Zusammenarbeit
entwicklungspolitischen Dialog zwischen der Bundes-
regierung und den Partnerländern eingebracht.
Eingedenk der zunehmenden und multikausalen
Drogenproblematik in Afghanistan gewinnt Drogen-
kontrolle weiter an Bedeutung. Die von der Bundes-
regierung geförderten Programme und Projekte berück-
sichtigen entwicklungsorientierte Drogenkontrolle als
Querschnittsthema. So trägt Deutschland vor allem im
Norden und Nordosten sowie im Südosten des Landes
mit Programmen zur Ernährungssicherung, Wirtschafts-
förderung, Bau und Verbesserung von Straßen, Markt-
zugängen, Trinkwasser- und Energieversorgung sowie
Bildung zur nachhaltigen Entwicklung bei. Durch die
Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Infra-
struktur werden die Lebensbedingungen der Bevölke-
rung verbessert und die Abhängigkeit vom Mohnanbau
verringert. Die Vorhaben leisten zudem einen Beitrag
zur Schaffung zivilgesellschaftlicher Strukturen auf der
Dorf- und Gemeindeebene, stärken die administrativen
und politischen Strukturen auf Provinzebene und för-
dern Einkommen schaffende Maßnahmen.
Die bolivianisch-deutsche Entwicklungszusammenar-
beit findet im Rahmen des neuen nationalen bolivia-
nischen Entwicklungsplanes statt und ist primär auf
Armutsbekämpfung, Förderung von partizipativen
Strukturen und nachhaltige landwirtschaftliche Ent-
wicklung ausgerichtet. Damit wird ein wichtiger Beitrag
geleistet, Menschen aus marginalisierten und struktur-
schwachen Regionen Alternativen zu einer Abwande-
rung in Kokaanbauregionen aufzuzeigen.
In Peru hat Deutschland seit 2002 als Teil des Schul-
dentauschabkommens das Projekt „Alternative Ent-
wicklung in Tocache-Uchiza“ unterstützt, das erfolg-
reich abgeschlossen wurde. Das Projekt zielte auf die
Förderung der regionalen Wirtschaftsförderung unter
gleichzeitiger Stabilisierung der sozialen Strukturen,
die nach einem regionalen Gewaltkon?ikt weitgehend
zerstört waren. Der Erfolg dieses Projektes basiert auf
einem komplementären Ansatz von Formalisierung der
Bodenbesitzverhältnisse, nachfrageorientierter Einfüh-
rung technischer und organisatorischer Standards für
den Aufbau von Familienbetrieben und darauf, dass die
Maßnahmen nicht von vornherein von einer Vernich-
tung von Kokaanbau?ächen abhängig gemacht werden.
Derzeit wird über eine zweite Phase verhandelt.
Außerdem fördert das BMZ das von UNODC durch-
geführte Projekt „Alternative Entwicklung in Pichis-
Palcazu, Aguatiya und Huallaga“.
In Kolumbien werden Maßnahmen gefördert, die mit-
telbar zur entwicklungsorientierten Drogenkontrolle
beitragen. Dazu gehört das „Forstentwicklungspro-
gramm Rio Magdalena“, welches sich mit einem Finanz-
rahmen von 18,6 Mio. mittlerweile in der zweiten Phase
befindet und unter ökologischen Gesichtspunkten die
nachhaltige Kleinindustrie im Holzsektor als Alternative
zum Kokaanbau unterstützt. Das Projekt wurde weiter-
hin um eine Komponente zur nachhaltigen Produktion
und Weiterverarbeitung von Kaffee ergänzt (18,6 Mio.).
Im Rahmen des Programms „Friedensentwicklung durch
Stärkung der Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesell-
schaft“ beteiligt sich Deutschland mit insgesamt 20 Mio.
Euro an der Umsetzung regionaler Friedens- und Ent-
wicklungsprogramme und unterstützt insbesondere
die regionale und kommunale Ebene bei der Stärkung
vorhandener Friedensinitiativen, was die Förderung
legaler Einkommensmöglichkeiten umschließt.
2.2.2 Partnerschaften stärken
Drogenbekämpfung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie
kann nur durch gemeinsame und koordinierte Anstren-
gungen aller relevanten Akteure wie Regierungen, inter-
nationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisatio-
nen, traditionellen Entscheidungsträgern wie auch der
kleinbäuerlichen Erzeuger gelingen.
Die Bundesregierung unterstützt deshalb – über Pro-
jekte der bilateralen Zusammenarbeit hinaus – UNODC
finanziell beim Aufbau von internationalen Netzwerken
zur Förderung der Alternativen Entwicklung in Entwick-
lungsländern und zur Suchtprävention und -behand-
lung. Dabei stellt das Bundesministerium für Gesund-
heit UNODC jährlich 600.000 Euro zur Verfügung, die
nicht zweckgebunden sind. Weitere projektgebundene
Mittel stammen aus dem Haushalt des Bundesministe-
riums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwick-
lung (BMZ). 2007 wurden daraus Projekte in Höhe von
1,57 Millionen Euro gefördert.
Die EU und das BMZ finanzieren ein von der FAO (UN-
Food and Agriculture Organization) koordiniertes und