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B | Europäische und internationale Zusammenarbeit | Sucht- und Drogenpolitik in der EU
an die Drogenbeauftragte am 1. Mai 2007. In Zusam-
menarbeit mit dem European Youth Forum initiierte die
EU-Kampagne einen einjährigen Meinungsaustausch
und Beratungsprozess zum Nichtrauchen, an dem in
der EU etwa 10.000 Jugendliche teilgenommen haben.
Ziel der Konsultation der Jugendlichen bestand darin,
ein europäisches Jugendmanifest zu erarbeiten, das
die Ansichten junger Europäer zum Thema Rauchen
zusammenfasst. Gleichzeitig sollten die Jugendlichen
informiert werden, was sie tun können, um auf sozialer,
gesetzlicher und politischer Ebene etwas zu verändern.
Auch in Deutschland waren Jugendliche für ein Wochen-
ende zu Gast im Bundesministerium für Gesundheit
und erarbeiteten Forderungen für die Tabakpolitik in
Deutschland, die in das europäische Jugendmanifest
ein?ossen. Das Manifest enthält Forderungen für eine
europäische Tabakpolitik zum Schutz vor Passivrauchen,
für verbesserte Zugänge zu Tabakentwöhnungsange-
boten, für mehr Aufklärungs- und Präventionsangebote
sowie für mehr Mitsprache von Jugendverbänden in der
Tabakpolitik.
Ein weiterer Schwerpunkt der HELP-Kampagne war im
Jahr 2007 die Veröffentlichung von Kohlenmonoxid-
Schadstoffmessungen, die in allen EU-Staaten über
170.000 Mal durchgeführt wurden und in Deutschland
am 8. November auf einer Pressekonferenz der Drogen-
beauftragten vorgestellt wurden. Die HELP-COmets-Stu-
die (Carbon monOxide measure of exposure to tobacco
smoke) basiert auf einer EU-weiten Erhebung der Koh-
lenmonoxid-Belastung in allen 27 EU-Mitgliedsstaa-
ten. Wo hohe Messungen von Kohlenmonoxid durch
das Rauchen festgestellt werden, sind Menschen auch
mehr krebser zeugenden Schadstoffen ausgesetzt.
Die vorliegende Studie umfasst die Auswertung von
111.835 Messdaten, die in den ersten eineinhalb Jah-
ren der Kohlenmonoxid-Messinitiative im Rahmen der
HELP-Kampagne erhoben wurden. Zusätzliche 90.000
Messungen wurden bis dato durchgeführt und weitere
folgen 2008.
Die Ergebnisse der europäischen Studie verdeutlichen,
wie groß der Handlungsbedarf für den Nichtraucher-
schutz ist. Wo gesetzliche Regelungen zum Nichtrau-
chen bestehen, konnten die gesundheitlichen Belas-
tungen durch Passivrauchen deutlich reduziert werden.
Mit dem in Deutschland am 1. September 2007 in Kraft
getretenen Bundesgesetz zum Schutz vor den Gefahren
des Passivrauchens (Bundesnichtraucherschutzgesetz)
und den Gesetzen in den Bundesländern ist eine Ver-
besserung der Atemluft zu erwarten. In Deutschland
war HELP mit den Kohlenmonoxid-Messungen in ver-
schiedenen Städten zu Gast auf den JugendFilmTagen
der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
sowie auf der Jugendmesse YOU in Berlin.
Informationen zum Jugendmanifest, den CO-Mess-
ergebnissen und aktuelle Eventdaten der HELP-Kam-
pagne finden Sie unter:
www.help-eu.com
1.3 Alkoholpolitik in der EU
Die Europäische Kommission hat im Oktober 2006 eine
Mitteilung angenommen, in der die Strategie der EU
zur Unterstützung der Mitgliedsstaaten bei der Verrin-
gerung alkoholbedingter Schäden festgelegt wird. Zur
Unterstützung dieser Strategie wurde im Juni 2007 ein
„Forum für Alkohol und Gesundheit“ eingerichtet, dem
mehr als 40 Wirtschaftsunternehmen und Nichtregie-
rungsorganisationen angehören. Das Forum bietet Inte-
ressengruppen, die sich verp?ichten, relevante Schritte
zur Reduzierung alkoholbedingter Schäden zu unter-
nehmen, eine Plattform auf EU-Ebene besonders in den
folgenden Bereichen:
Strategien, die darauf abzielen, den Alkoholkonsum
Jugendlicher zu senken;
Informations- und Bildungsprogramme zu den schäd-
lichen Auswirkungen des Alkoholkonsums und zu ver-
antwortlichen Trinkmustern;
Aktivitäten zur besseren Umsetzung der Altersgren-
zen für den Verkauf und Ausschank von Alkohol an
Jugendliche;
Kooperation zur Übernahme von Verantwortung in
sowie der Prävention von unverantwortlicher kom-
merzieller Werbung und Verkauf.