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B | Europäische und internationale Zusammenarbeit | Sucht- und Drogenpolitik in der EU
nicht vorstellen, von jemandem einen Job zu übernehmen,
der ihn vorher 20 Jahre gut und er folgreich gemacht hat.“
Diese Schaffenskraft und der Wille, etwas zu bewegen, cha-
rakterisieren alle bisherigen beru?ichen Stationen von Wolf-
gang Götz. Von 1985 bis 1991 war er im Auftrag der Euro-
päischen Kommission in Westafrika. Dort hat der gelernte
Volkswir t und Statistiker Erhebungen über den Lebensstan-
dard der Bevölkerung von Togo geleitet und die Struktur
und Abl äufe im dor tigen st atistischen Amt modernisier t.
Danach war er bis 1994 bei der ECOWAS, der Wir tschafts-
gemeinschaft westafrikanischer Staaten, Projektleiter für die
Harmonisierung und Zentralisierung der Außenhandels- und
Zollstatistiken der 16 ECOWAS-Mitgliedsstaaten.
1994 kam er nach Europa zurück. Im Auftrag der euro-
päischen Statistikbehörde Eurostat war er wesentlich daran
beteiligt, die nationalen Statistikämter der mittel- und ost-
europäischen Länder, die 2004 Mitglieder der EU wurden, in
das Europäische Statistische System ESS zu integrieren. Beim
Drogenthema ist er ein „Quereinsteiger“. 1996 wechselte er
zur EBDD als Abteilungsleiter für den Bereich Information
und Kommunikation, 2001 wurde er Abteilungsleiter für das
Netzwerk der nationalen Reitox-Knotenpunkte und die EU-
Erweiterung und 2005 schließlich der Direktor der EBDD.
An seiner Arbeit für die EBDD gefäll t ihm besonders die
Herausforderung, im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft,
Praxis und Politik mit Menschen verschiedenster fachlicher
und kultureller Hintergründe zusammenzuarbeiten.
Seine Aufgabe als Direktor umfasst die strategische Entwick-
lung und Planung der Arbeit, die Kommunikation mit den
Entscheidungsträgern der EU-Institutionen und Mitgliedsstaa-
ten sowie mit den Partnern aus Wissenschaft und Praxis und
der Medien. Selbstverständlich gehören aber auch Personal-
führung, Finanzen und die unvermeidliche Bürokratie dazu.
Wolfgang Götz hat einen hohen Anspruch an sich und an die
Qualität der Arbeit der EBDD.
„Sehr wichtig ist mir, dass die wissenschaftliche Exzellenz
unserer Arbeit dauerhaft gewährleistet ist und dass wir als
führendes Centre of Excellence für alle Bereiche der illegalen
Drogenproblematik wahrgenommen und anerkannt werden,
nicht nur europaweit.“
Und der private Wolfgang Götz? „Es gibt nichts Entspannen-
deres, als mit meiner Frau und unserem Hund, einem Rhode-
sian Ridgeback, am Meer spazieren zu gehen und die Natur
zu genießen“, verrät Wolfgang Götz. „Ich lese aber auch sehr
viel, Bücher, aber auch Zeitschriften aus verschiedenen Län-
dern. Außerdem bin ich ein Nachrichten-Junkie.“
www.emcdda.europa.eu/
1.1.5 Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und
Drogensucht (DBDD)
Als Deutsche Referenzstelle für die Europäische Beob-
achtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBD D)
fungieren die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA), die deutsche Hauptstelle für Sucht-
fragen (DHS) und das Institut für Therapieforschung
München (IFT) gemeinsam. Die Arbeit der DBDD wird
gemeinschaftlich von der EU und dem Bundesministe-
rium für Gesundheit (BMG) finanziert. Als so genannter
deutscher Knotenpunkt („Focal Point“) im Netzwerk
der EBDD erstellt diese Referenzstelle jährlich einen
Bericht zur Drogensituation in Deutschland, der neben
umfangreichen Informationen zu neuen Entwicklun-
gen und zahlreichen Standardinformationen auch
jährlich wechselnde Schwerpunktthemen behandelt.
Die Schwerpunktthemen 2007 waren Kokainkonsum,
Drogenkonsum unter jungen Menschen und drogen-
bezogene Forschung in D eutschland. Gemeinsam
mit zahlreichen deutschen Expertinnen und Experten
unterstützt die DBDD darüber hinaus die Umsetzung
europäischer Standards bei der Erhebung, Analyse und
Interpretation epidemiologischer Schlüsselindikatoren
in Deutschland und steht als Schnittstelle zwischen der
EBDD und Deutschland für zahlreiche Anfragen zur
Verfügung.
Gemeinsam mit der EBDD und dem BMG hat die DBDD
im März 2007 eine internationale Tagung zu neuen
Entwicklungen bei der Prävention und Behandlung
cannabisbezogener Störungen veranstaltet, die auf
großes Interesse gestoßen ist. Dabei wurden intensiv
die Zugangs-, Präventions-, Beratungs- und Behand-
lungsmöglichkeiten für Cannabiskonsumentinnen und
-konsumenten mit problematischem Gebrauch in der EU
diskutiert.
Neben diesen umfangreichen Kernaufgaben der DBDD
nahmen Expertinnen und Experten der DBDD auch
2007 an Twinning-Projekten (siehe 1.1.9) teil, um neue
EU-Mitgliedsstaaten oder Beitrittskandidaten unter
anderem beim Aufbau ihrer Knotenpunkte oder der
Datenerhebung im Drogenbereich zu unterstützen.