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B | Europäische und internationale Zusammenarbeit | Sucht- und Drogenpolitik in der EU
Bekämpfung der Drogenkriminalität
Ein Hauptaugenmerk der im Jahr 2007 durchgeführten
Maßnahmen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität
lag auf der Fortführung und Weiterentwicklung der
im EU-Drogenaktionsplan 2005–2008 aufgezeigten
Handlungs- und Bekämpfungsansätze mit dem Ziel,
den Drogenkonsum in Deutschland und Europa wei-
ter nachhaltig zu reduzieren. Während der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 wur-
den einige Punkte im Segment „Angebotsreduzierung“
des Drogenaktionsplans mit besonderem Nachdruck
verfolgt: die Bekämpfung des grenzüberschreitenden
internationalen Drogenhandels, die Bekämpfung syn-
thetischer Drogen und die Abzweigung von Vorläufer-
produkten (sog. precursors).
Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurde
durch das Bundeskriminalamt ein Workshop zum
Thema „Kontrollierte Lieferungen“ mit Experten zum
Einsatz kriminaltaktischer Maßnahmen bei der Bekämp-
fung des grenzüberschreitenden Drogenhandels in
Wiesbaden vom 24.–26. April 2007 durchgeführt. Die
am Workshop teilnehmenden Experten diskutierten
erfolgreich die Erarbeitung von Lösungsansätzen zur
Reduzierung rechtlicher und taktischer Problemfel-
der, das Aufzeigen von Möglichkeiten zur rechtlichen
und praktischen Harmonisierung von kontrollierten
Lieferungen und den Ausbau des bestehenden Kon-
takt- und Informationsnetzwerkes. Eine erfolgreiche
Bekämpfung der international organisierten Drogen-
kriminalität erfordert sowohl unter strategischen als
auch operativen Gesichtspunkten eine gemeinsame
Prioritätensetzung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten
und wichtigen Drittstaaten (Quellen- und Transitländer).
Unterstützungsleistungen der EU-Mitgliedsstaaten, die
auf die Erhöhung der Professionalität (z. B. Methoden-
wissen, Ausstattungshilfe) bei der Bekämpfung der
Drogenkriminalität in diesen Staaten abzielen, bilden
den Grundstein für die Unterbindung der Drogenzufuhr
nach Europa.
Als Erfolg im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsident-
schaft ist ferner zu werten, dass es gemeinsam mit der
EU-Kommission noch stärker als bisher gelungen ist, das
vielseitige Engagement der EU-Mitgliedsstaaten (Aus-
bildungshilfe, Ausstattungshilfe, Projekte) auf beson-
ders wichtige Quellen- und Transitländer (z. B. Afgha-
nistan, zentralasiatische Republiken, Lateinamerika,
Westafrika) zu erstrecken. Die verstärkte Zusammen-
arbeit mit Quellenländern ist ein wichtiger Ansatz zur
Bekämpfung des grenzübergreifenden internationalen
Drogenhandels, der auch künftig mit aller Konsequenz
fortzuführen sein wird.
Öffentliche Gesundheit
Im Bereich der öffentlichen Gesundheit stellte das Thema
HIV/AIDS einen besonderen Schwerpunkt der deut-
schen EU-Ratspräsidentschaft dar. HIV/AIDS bleibt eine
Herausforderung in der ganzen Welt, auch in Europa.
Steigende Infektionszahlen in der EU und vor allem in
den osteuropäischen Nachbarstaaten erfordern ein ver-
stärktes Engagement staatlicher und nichtstaatlicher
Akteure sowie des privaten Sektors. Am 12. und 13. März
2007 tagte in Bremen die Konferenz „Verantwortung
und Partnerschaft – Miteinander gegen HIV/AIDS“. Auf
dieser Konferenz erkannten die für Gesundheitsfragen
zuständigen Minister und Regierungsvertreter aus der
EU und benachbarten Ländern an, dass besondere Auf-
merksamkeit auf Osteuropa, Zentralasien und auf die
am stärksten betroffenen Gruppen gerichtet werden
muss, insbesondere auf drogeninjizierende Menschen
und deren Partner. Sie verp?ichteten sich, die politische
Verantwortung auf nationaler, europäischer und inter-
nationaler Ebene, insbesondere für die eingegangenen
Verp?ichtungen, zu übernehmen, um die Pandemie zu
bekämpfen, sowie die Menschenrechte zu achten und
falls erforderlich Gesetze zu ihrer Förderung und Garan-
tie zu erlassen. Dies gilt insbesondere für die mit HIV/
AIDS lebenden Menschen und die von der Pandemie in
Europa und den Nachbarstaaten am stärksten betrof-
fenen Menschen. Zu diesen zählen Drogeninjizierende
und deren Partner, Männer, die Sex mit Männern haben,
junge Menschen, Frauen, Migrantinnen und Migran-
ten, Kinder, Menschen in Haft, Sexarbeiterinnen und
Sexarbeiter. Als zentralen Schwerpunkt einer erfolg-
reichen Strategie zur Reduzierung der Auswirkungen
von HIV/AIDS sahen sie einen universellen Zugang zur
evidenzbasierten Prävention – einschließlich umfassen-
der Schadensbegrenzung – an.