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B | Europäische und internationale Zusammenarbeit | Sucht- und Drogenpolitik in der EU
Ausgestaltung des folgenden EU-Drogenaktionsplans
2009–2012. Diese Weiterentwicklung erfolgt durch die
Europäische Kommission in enger Kooperation mit den
zuständigen Ratsgremien, insbesondere der HDG.
1.1.2 Deutsche EU-Ratspräsidentschaft im ersten
Halbjahr 2007
Horizontale Gruppe Drogen (HDG)
Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im
ersten Halbjahr 2007 übernahm Deutschland mit dem
Vorsitz in der HDG die Aufgabe, die Drogenpolitik der
Europäischen Union zu koordinieren. Vorrangiges Ziel
der deutschen Ratspräsidentschaft war es, die Umset-
zung des EU-Drogenaktionsplans 2005–2008 zu über-
prüfen („Monitoring“) und – soweit dies im Jahre 2007
schon möglich war – zu evaluieren. Diesem Ziel dienten
einerseits die Arbeit in den Ratsgremien, andererseits
Veranstaltungen und Maßnahmen, die in Deutschland
durchgeführt wurden und die im Zusammenhang mit
dem EU-Drogenaktionsplan standen. Die HDG richtete
ihre inhaltliche Arbeit und ihre thematischen Schwer-
punkte am EU-Drogenaktionsplan aus und führte fünf
so genannte „Thematische Debatten“ zu den folgen-
den Fragenkomplexen aus dem EU-Drogenaktionsplan
2005–2008 durch:
Verhinderung der Ausbreitung von HIV/AIDS, Hepa-
titis C sowie sonstiger durch Blut übertragener Infek-
tionen und Krankheiten;
Verhinderung der Abzweigung von Grundstoffen;
Reduzierung der Herstellung und des Angebots von
synthetischen Drogen;
Prävention drogenbedingter Gesundheitsschäden;
Umsetzung der „Empfehlung des Rates zur Präven-
tion und Reduzierung von Gesundheitsschäden im
Zusammenhang mit der Drogenabhängigkeit“;
Reduzierung der Herstellung und des grenzüber-
schreitenden Handels von Heroin, Kokain und Can-
nabis.
In diesen „Thematischen Debatten“, zu denen jeweils
Expertinnen und Experten aus den Mitgliedsstaaten
hinzugezogen wurden, ging es darum, festzustellen, ob
die Maßnahmen des Aktionsplans umgesetzt wurden,
wo Fortschritte und wo Lücken zu verzeichnen sind.
Außerdem befasste sich die HDG mit den Ergebnissen
des Fortschrittsberichts 2006 der Kommission über die
Umsetzung des EU-Drogenaktionsplans und beschloss
Korrekturen bei den Kriterien und Indikatoren für die
Evaluierung einzelner Aktionen.
Nationale Drogenkoordinatoren
Im Rahmen der Deutschen EU-Ratspräsidentschaft
trafen die Nationalen Drogenkoordinatoren der Mit-
gliedsstaaten der Europäischen Union unter Vorsitz der
Drogenbeauftragten der Bundesregierung im Mai 2007
in Berlin zu einem Meinungs- und Erfahrungsaustausch
zusammen. Es bestand Einigkeit, dass das weltweite
Drogenproblem eine verstärkte internationale Zusam-
menarbeit erfordert und deshalb über konkrete Ver-
besserungen, z. B. über eine verbesserte Koordinierung
der relevanten Institutionen im Bereich der Drogen-
politik (EU, Europarat und Vereinte Nationen) nach-
gedacht werden muss. Die verschiedenen Vorschläge –
insbesondere der Vorschlag des Exekutivdirektors des
United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC),
Herrn Antonio Maria Costa, die EU solle eine zentrale
europäische Suchtforschungsstelle nach US-amerika-
nischem Vorbild des National Institute on Drug Abuse
(NIDA) einrichten oder die bestehenden Einrichtungen
zu einem europäischen Suchtforschungsverbund ver-
netzen – werden in den zuständigen Gremien weiter
diskutiert.
EU-Troika-Gespräche
Im Rahmen der internationalen Aktivitäten der EU wur-
den unter deutscher Ratspräsidentschaft mehrere so
genannte EU-Troika-Gespräche mit Drittstaaten (Afgha-
nistan, West-Balkan-Staaten, Ukraine, Lateinamerika-
nische und Karibische Staaten und USA) geführt, bei
denen die Zusammenarbeit im Bereich der Drogenpo-
litik intensiviert wurde.