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A | 2007 – Ein bewegtes Jahr für die Sucht- und Drogenpolitik
bundenen erheblichen gesundheitlichen und sozialen
Schäden. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die
Wirksamkeit sowohl von verschiedenen Maßnahmen
der Überlebenshilfen als auch von ambulanten und sta-
tionären Maßnahmen der Behandlung, die im Bereich
der abstinenzgestützten Therapien oder im Bereich
der substitutionsgestützten Behandlung der Opiat-
abhängigkeit stattfinden. In diesem Zusammenhang
hat sich der Drogen- und Suchtrat kontinuierlich mit
dem Sachstand zur diamorphingestützten Behandlung
auseinandergesetzt.
Der Drogen- und Suchtrat hat im Frühjahr 2007 die
Entscheidung der Gesundheitsminister der Länder zum
Nichtraucherschutz begrüßt und sich für bundesweit
einheitliche Regelungen ausgesprochen.
Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Prävention
des pathologischen Glücksspiels, eingeschlossen die
Diskussionen um bundesweit abgestimmte Standards,
wurden vertieft erörtert.
Mit dem Thema Teilhabe am Arbeitsleben für Sucht-
kranke hat sich der Drogen- und Suchtrat ebenfalls
weiter beschäftigt. 2007 wurde dazu ein einstimmiger
Beschluss gefasst, der die Akteure im Bereich der Inte-
gration in Arbeit zu einer verbesserten Koordination
der Zusammenarbeit vor Ort auffordert und darüber
hinaus anregt, mit Hilfe eines Modellvorhabens vor-
bildliche Kooperationen und effektive Eingliederungs-
programme zu erfassen und zu kommunizieren.
Zur Unterstützung seiner Aufgaben hat der Drogen- und
Suchtrat eine „Arbeitsgruppe Suchtprävention“ beauf-
tragt, Empfehlungen für die Suchtprävention auszu-
arbeiten. Die Arbeitsgruppe hat sich 2007 und Anfang
2008 intensiv mit der Erarbeitung und Abstimmung
von „Nationalen Aktionsprogrammen“ zur Tabak- und
zur Alkoholprävention beschäftigt. Die entstandenen
Vorschläge werden 2008 dem Drogen- und Suchtrat
vorgelegt, der über das weitere Vorgehen entscheiden
wird.
Die „Arbeitsgruppe Schnittstellenprobleme in der
Versorgung Suchtkranker“ des Drogen- und Suchtrats
beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel verschiede-
ner Versorgungsbereiche und den dabei entstehenden
Schwierigkeiten in der Versorgung Suchtkranker. Nach
gründlicher Analyse unterbreitet sie dem Drogen- und
Suchtrat geeignete Lösungsvorschläge. 2007 wurden
die Ergebnisse der Diskussionen um die Auswirkun-
gen der Neuregelungen des SGB II (Grundsicherung
für Arbeitssuchende) und des SGB XII (Sozialhilfe) auf
die Sucht- und Drogenhilfe und die Kooperationen mit
den Kommunen, ARGEn, Agenturen für Arbeit und den
Kostenträgern der medizinischen Rehabilitation für
Suchtkranke genutzt, um eine Beschlussvorlage zur
Integration von Suchtkranken in das Arbeitsleben fer-
tig zu stellen, die der Drogen- und Suchtrat im Herbst
2007 einstimmig verabschiedet hat. Darüber hinaus
hat sich diese Arbeitsgruppe 2007 intensiv mit der Früh-
erkennung und Frühintervention bei alkoholbezogenen
Störungen beschäftigt. Dazu werden die Vertreterinnen
und Vertreter der Länder und der Gesetzlichen Kranken-
versicherung dem Drogen- und Suchtrat 2008 einen
Beschlussvorschlag vorlegen.
Die Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Suchthilfestatistik“
hat die Aufgabe, eine deutsche Suchthilfestatistik unter
Berücksichtigung der Vorgaben der Europäischen Beob-
achtungsstelle für Drogen und Drogensucht zu fördern
und dabei die Vereinheitlichung der nationalen Sucht-
hilfestatistik zu bewirken. Zur Klärung von Grundsät-
zen und Verfahrensweisen sowie zur Entwicklung von
Lösungen arbeiten dabei seit 2004 Vertreter aus Europa,
Bund und Ländern sowie von Leistungsträgern und Ver-
bänden der Suchthilfe zusammen. Die Aktivitäten der
AG haben zu einer deutlichen Erhöhung der Teilnahme-
quote ambulanter Suchthilfeeinrichtungen an der natio-
nalen Statistik beigetragen.
Der Drogen- und Suchtrat wird Ende 2008 einen Arbeits-
bericht über seine bisherige Tätigkeit vorlegen.
Der Drogen- und Suchtbericht 2008 soll über die dro-
gen- und suchtpolitischen Aktivitäten der Bundesregie-
rung informieren, die in den nachfolgenden Kapiteln
ausführlich dargestellt werden. Außerdem stellt er
Maßnahmen, Projekte und Initiativen der beteiligten
Ressorts, Länder, Institutionen und Verbände vor.