A | 2007 – Ein bewegtes Jahr für die Sucht- und Drogenpolitik
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im Alltag. Die Betroffenen durch das Suchthilfesystem
frühzeitig zu erreichen und ihnen eine adäquate Hilfe
in den Beratungs- und Behandlungseinrichtungen der
Suchtkrankenhilfe und der medizinischen Versorgung
zu vermitteln stellt eine besondere Herausforderung für
das Hilfesystem dar.
Ärztinnen und Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern
kommt hier eine besondere Verantwortung zu, weil sie
den Zugang zu den Medikamenten kontrollieren.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung unter-
stützt Bemühungen, neue Wege und Lösungen für die
Behandlung und Prävention von Medikamentenabhän-
gigkeit zu finden. Weitere Studien und Projekte könnten
dazu einen Beitrag leisten.
Von Seiten der Bundesregierung wurden bereits Initia-
tiven zur Verbesserung der Informationsmöglichkeiten
von Ärztinnen und Ärzten, Apothekerinnen und Apothe-
kern sowie insbesondere von Patientinnen und Patien-
ten gestartet. Im Januar 2008 hat sich zum Beispiel der
Betäubungsmittelsachverständigenausschuss für die
Aufnahme von Zulassungsau?agen für Benzodiazepine
ausgesprochen. Diesen Empfehlungen zufolge erhal-
ten die Fachkreise und die Anwender über Fach- und
Gebrauchsinformationen zielgruppenorientierte Infor-
mationen einschließlich eines Hinweises auf das Abhän-
gigkeitspotential.
Dieses Angebot, das auch Gebrauchsinformationen
(Packungsbeilagen) sowie Fachinformationen und zum
Teil öffentliche Beurteilungsberichte mit weiteren Infor-
mationen für Zulassungen von Arzneimitteln umfasst,
wird kontinuierlich ausgebaut und steht auch Bürge-
rinnen und Bürgern offen.
Ein weiteres Problemfeld beim Medikamentenmiss-
brauch stellt die Verwendung von Arzneimitteln zu
Dopingzwecken im Sport dar.
Doping schadet der Glaubwürdigkeit jeglicher sport-
licher Wettbewerbe und gefährdet die Gesundheit der
Sportlerinnen und Sportler. Wie dringlich der Kampf
gegen Doping ist, haben jüngste Meldungen unterstri-
chen. Diese lassen erkennen, dass die Verbreitung und
Anwendung der Dopingmittel zunehmend in Form von
kriminellen, teils international agierenden Netzwerken
betrieben wird, in deren Umfeld ein kleiner Prozentsatz
von Sportlerinnen und Sportlern bewusst und gewollt
mitwirken. Maßnahmen seitens der Organisationen
des Sports allein haben diese Doping-Entwicklung
im Sport nicht umkehren können. Deshalb sind 2007
weitere gesetzliche Regelungen in Kraft getreten, die
eine konsequentere und wirksamere Bekämpfung des
Dopings im Sport insgesamt zum Ziel haben.
Doping ist nicht auf den Leistungssport beschränkt.
Trotz erheblicher Gesundheitsrisiken werden Doping-
mittel – vor allem anabol wirkende Substanzen, Erythro-
poietin und Wachstumshormone – auch im Breitensport,
insbesondere im Freizeitsport, zur Leistungssteigerung
eingesetzt.
Illegalen Drogenkonsum reduzieren
In Deutschland ist der Konsum von illegalen Drogen ins-
gesamt rückläufig. Nach der letzen Erhebung von 2006
haben nur noch 2,7 % der 18–59-Jährigen innerhalb
des letzten Monats Drogen konsumiert, bei der Erhe-
bung von 2003 waren es in dieser Altergruppe noch
3,9 %. Auch bei den 18–59-Jährigen, die im letzten Jahr
mindestens einmal Drogen genommen haben, sind die
Werte gesunken: 2003 waren es 7,3 %, drei Jahre später
waren es nur noch 5,4 %.
Cannabis bleibt in Deutschland und weltweit die häu-
figste illegale Droge. Bei den Jugendlichen zeichnet
sich eine erfreuliche Trendwende ab: Nur noch 13 %
der 14–17-Jährigen haben 2007 zumindest einmal im
Leben Haschisch oder Marihuana probiert. 2004 waren
es noch 22 %.
Die Zahl der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis
ist dagegen kaum gesunken: Von den 14–17-Jährigen
konsumieren seit 1993 etwa 2–3 % Cannabis regelmä-
ßig, bei den 18–64-Jährigen 2,2 %.
Insgesamt etwa 600.000 Personen in Deutschland
zwischen 18 und 64 Jahren missbrauchen Cannabis
(380.000) oder sind von Cannabis abhängig (220.000).
Damit hat sich die Zahl der Cannabismissbraucher seit
1997 deutlich erhöht. Diese Entwicklung macht die lang
unterschätzte Gefährlichkeit von Cannabis deutlich. Es
ist deshalb weiterhin erforderlich, das Beratungs- und
Behandlungsangebot in Deutschland für Personen mit
problematischem Cannabiskonsum weiterzuentwickeln
und auszubauen. Aus diesem Grund fördert das Bundes-